Dein Leben – Deine Regeln – Dein Ding

Dein Leben - Deine Regeln - Dein Ding

In diesem Onlinebuch beschreibe ich die wichtigsten Regeln und Erkenntnisse, die meiner Meinung nach dauerhaft zu einem glücklichen, erfüllten und selbstbestimmten Leben führen.

Wichtig: Es handelt sich alleine um meine ganz persönliche Meinung, die ich mit de Welt teile.

Ich erwarte nicht, dass Du mir zustimmst oder meine Ideen und Regeln gut findest.

Allerdings freue ich mich, wenn meine Ansichten darüber, wie Menschen zu einem nachhaltig glücklichen und erfüllten Leben gelangen Dich inspirieren, auch selbst ein solch erfülltes Leben wie ich es führe, zu führen.

Ich habe mich entschieden, dieses Buch als Onlinebuch zu schreiben, da ich nur auf dieses Art und Weise meine Ausführungen schnell genug präzisieren, erkläutern, aktualisieren und ergänzen kann.

Sobald ein Werk gedruckt ist oder als E-Book veröffentlicht wurde, ist es schwieriger bis unmöglich, dem dynamischen Prozess des Entwickelns der eigenen Gedanken und dem Einarbeiten neuer Anregungen von außen Rechnung zu tragen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alles das, was Du heute hier liest, morgen keine Bedeutung mehr hat.

Ich bin sicher, dass die meisten Regeln und Erkenntnisse, die hier formuliere in ihren Grundfesten noch lange Bestand haben werden. Im Detail werden sich die Ausführungen aber sicher immer wieder ändern.

Alles, was ich hier widergebe ist das Ergebnis meiner jahrelangen Beobachtung meines eigenen Weges zu einem immer besseren, glücklicheren und erfüllten Leben in Kombination mit unzähligen Büchern die ich zum Thema „Lebensglück“ und „Persönlichkeitsentwicklung“ gelesen habe, sowie ungezählten Stunden an Diskussionen mit interessanten Menschen zu diesen Themen und – nicht zuletzt – meinen diversen Ausbildungen im Bereich Coaching – und natürlich vieler Coachings mit meinen Kunden.

An manchen Stellen dieses Werkes werde ich Literatur und Quellen zitieren, an anderen Stellen werde ich es nicht tun.

Suche im Thema „Literatur“ aber bitte nicht nach „Vollständigkeit“, denn ich strebe nicht nach ihr.

Da dieses Werk meine ganz persönliche Meinung widergibt und nicht im geringsten den Anspruch hat, ein wissenschaftliches Werk zu sein, in dem ich irgendwelche Thesen untermauern oder widerlegen muss, erlaube ich mir, das Thema „Quellen“ also ganz unwissenschaftlich anzugehen.

Dir selbst empfehle ich mit meinen Gedanken so umzugehen, wie Du es bei einem Besuch um Supermarkt machst: Du siehst vieles, manches spricht Dich an, manches nicht.

Nimm Dir möglichst viel von dem, was Dir gefällt und was Du gebrauchen kannst und lasse einfach liegen, was Dir nicht gefällt und was Du jetzt gerade nicht gebrauchen kannst.

Du weißt ja, wo Du es findest und – vielleicht – passt das eine oder andere bei einem erneuten Besuch in meinem „Ideensupermarkt“ ja bei einem Deiner künftigen Besuche.

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Du kannst jederzeit einen Kommentar unter dem Text absetzen, in dem Du mir beschreibst, was Die gefällt und was nicht und warum. Mir hilfst Du damit zu erkennen, an welchen Stellen ich mich vielleicht anders, besser, konkreter ausdrücken muss, um meine Botschaft zu vermitteln – vielen Dank dafür.


Die wichtigsten Regeln für ein glückliches und erfülltes Leben

Dies ist das Inhaltsverzeichnis dieses Onlinebuchs. Die Kapitel, die ich bereits mit Inhalten gefüllt habe, sind verlinkt, so dass Du von hier aus zu den jeweiligen Kapiteln springen kannst.

An den Überschriften ohne Verlinkung kannst Du sehen, welche Themen noch kommen werden.

Erkenne, was Dich glücklich macht

Entwickle Deine eigene Lebensvision

Vision ohne Aktion bleibt Illusion und führt zu Desillusion

Die wichtigsten Schritte auf dem Weg in Dein Wunschleben

Befreie Dich vor Selbstdemontage, behindernden Glaubenssätzen und Selbsttäuschungen

Hinterfrage alles!-Warum ?

Löse Dich von der Idee der Höchstleistung

Definiere Deine eigenen Erfolgskriterien

Lebe entlang Deiner Stärken, nicht entlang Deiner Schwächen

Nicht Leidenschaft macht Dich erfolgreich, sondern das Tun hilft Dir dabei, erfolgreich zu sein.

Gehe möglichst wenige Kompromisse ein – am besten gar keine

Kenne Deine Werte und lebe nach ihnen

Akzeptiere die Veränderung als den Normalfall

Die Welt besteht nicht aus Problemen, sondern aus Aufgaben, die zu lösen sind -DILSIP

Lebe mit wenigen materiellen Gütern (minimalistisch)

Lebe gesund

Lebe ohne Religion (gerne aber spirituell)

Arbeite ständig an deiner persönlichen Entwicklung

Gestalte Deine Partnerschaft bewusst und aktiv

Lasse Polygamie zu

Gehe Projekte seriell an – nur so viel, wie gleichzeitig möglich ist

Höre Andererleute Rat und Meinung, aber höre nicht auf sie

Hinterfrage alles

treffe Deine Entscheidungen bewusst



Erkenne, was Dich wirklich glücklich macht

Viele Menschen machen vieles von dem, was sie tun sollten, weil es von ihnen erwartet wird, oder weil es normal ist, es zu tun.

Vieles entspringt einfach nur der Tatsache, dass es in dem Kulturkreis, in dem sie aufgewachsen sind „eben so ist“ oder „man es so macht“. Zu dem persönlichen Kulturkreis gehören neben dem Elternhaus, bzw. der Familie, in der man aufgewachsen ist, natürlich auch der ethnische und religiöse Kulturkreis.

Starre Regeln wie „In unserer Familie waren alle Ärzte, also wirst Du auch Arzt“ erzeugen einen Zwang und eine scheinbar gottgegebene Selbstverständlichkeit, dass es uns ab einem bestimmten Zeitpunkt unserer Entwicklung immer schwerer wird, eine Entscheidung zu treffen, die anders lautet als die, zu der wir erzogen wurden.

Ersetze „Arzt“ durch jeden anderen Beruf, den sich andere für Dich ausgedacht haben.

Wohin das führt, möchte ich Dir an einer kleinen Geschichte erzählen, die ich selbst erlebt habe….

Der Programmierer, der Arzt war

Wie Du vielleicht weißt, habe ich gut 20 Jahre meines Lebens im Management unterschiedlicher Projekte in Unternehmen verbracht – meist waren es Software- oder andere IT-Projekte.

In einem Projekt arbeitete ein damals ca. 40 Jahre alter Programmierer, der wegen seiner Fachkompetenz und seines „schönen Sourcecodes“, den er schrieb, hoch geschätzt war.

Auf der Seite der Kommunikation mit Menschen war er der typische, verschlossene und introvertierte Tekki-Nerd – so, wie man ihn sich vorstellt: Wortkarg, einsilbig wenn schon redend, dann am liebsten fachsimpelnd.

In einem der seltenen persönlichen Gespräche mit ihm, erzählte er mir plötzlich, wie er Programmierer wurde:

Als intellektueller Überflieger hatte er mit Leichtigkeit ein Einser-Abi hingelegt. Da seit Generationen in seiner Familie alle Ärzte waren, war ja klar, dass er – mit seinem gottgegebenen Einser-Abi ebenfalls Medizin studieren würde.

Er wurde Dr. med. Kinderarzt und arbeitete in der Kinderabteilung eines Krankenhauses.

Wie im Arztberuf im Krankenhaus üblich, starben leider einige Kinder in seiner Abteilung und er kam damit so schlecht zurecht, dass er Alkoholiker wurde. Ich schätze, dass es ihm aufgrund seiner „nerdigen“ Art sehr schwer fiel, sich mit anderen auszutauschen und sich professionelle Hilfe zu suchen, als er merkte, wie sehr in die Todesfälle, die sein Beruf zwangsläufig mit sich bringt, belasten.

Irgendwann kam dann mit dem Alkoholismus der Totalzusammenbruch und die zwangsweise professionelle Hilfe.

Diese brachte ihm zumindest die Erkenntnis, dass der Beruf des Arztes für ihn von Anfang an nicht der richtige gewesen sei…

Da aber ihn aber in seinem sozialen Umfeld alle bestärkten „Mit diesem Einser-Abi auf jeden Fall Medizin zu studieren“, blieb ihm in seinen jungen Jahren aufgrund des sozialen Drucks gar keine andere Wahl, als diesen Weg einzuschlagen.

In seinem Fall führte das zum Absturz durch Alkoholismus, in anderen Fällen zeigt sich eine Entscheidung, nicht das zu tun, was einem liegt durch andere negativen Auswirkungen wie Depression, Aggressivität oder dem Auftreten von körperlichen Krankheiten wie dem berühmten Magengeschwür….

Die wichtigste Regel von allen, die Grundlage von allem, was zu einem nachhaltig glücklichen und erfüllten Leben führt, ist meines Erachtens die aufrichtige Suche danach, was Dich wirklich, wirklich glücklich macht.

Suche nach der einen Sache oder nach den wenigen Dingen, die – wann immer Du sie tust – Dich in einem wahren Taumel von Glücksseligkeit zurück lassen.

Egal, wie unorthodox oder sozial unerwünscht oder „Deinen Eltern widersprechend“ es auch sein mag: Nimm die Erkenntnis erst einmal an.

Später kannst Du immer noch entscheiden, was Du damit anfängst.

Bei mir selbst ist es z.B. die Erkenntnis, dass ich immer dann am glücklichsten bin, wenn ich „mäandern“ kann, mich in der Natur bewege und neue Orte erwandere – Landschaften, Städte, Gegenden….
Besonders glücklich bin ich, wenn ich diese noch wie ein Schwamm aufsauge und Details davon mit Hilfe von Fotografie festhalten kann.

Schon als Kind liebte ich es, stundenlang durch Wälder und Flure zu streifen, und mir in meinem Kopf die „Rettung der Welt“ zurecht zu spinnen…. Irgendwann kamen halt noch Kameras und Objektive dazu.

So findest Du zu dem, was Dich besonders glücklich macht

Nimm Dir eine mentale Auszeit und schau auf Dein bisheriges Leben zurück.

Überlege Dir, welche die Momente und Zeiten waren, in denen Du Dich total unbeschwert und glücklich gefühlt hast.

Was konntest Du schon immer tun – besonders als Kind – von dem man Dich geradezu loseisen musste ?

Was war es, worüber Du die Zeit zum Abendessen, Deinen Hunger und alles um Dich herum vergessen konntest ?

Schreib es auf !



Entwickle Deine Lebensvision und lebe nach ihr

Wenn Du heute Dein 16-jähriges Ich treffen würdest, und es Dich fragt, ob es sein Leben genauso sein sollte, wie Deines heute ist, was würdest Du ihm antworten ?

Würdest Du ihm sagen: „Sorge dafür, dass Dein Leben genau so wird, wie meines nun ist !“ ? Würdest Du ihm davon abraten ?

Welche Empfehlung würdest Du Deinem 16-jährigen Ich dafür geben, wie es sein eigenes Leben, seine Zukunft gestalten soll ?

Wenn Du heute aus folgenden Herzen sagen kannst, dass es an Deinem Leben nichts oder nur sehr wenig zu verbessern gibt, möchte ich Dir herzlich gratulieren.

Damit zählst Du sicher zu den absoluten Ausnahmen in der Welt.

Die Betonung für die Beurteilung, ob Du ein rundum geiles Leben führtst liegt auf „aus tiefstem Herzen“.

Es geht also nicht darum, dass Du sagen, kannst, dass Dein Leben „ganz ok ist“ und „Du ja alles zum Leben hast, was Du brauchst“ sondern um die Frage, ob Du das Gefühl hast, dass Du auf dem Olymp des Lebens angekommen bist.

  • Hast Du genau die Partnerschaft, die Du Dir wünschst ?
  • Verdienst Du Deinen Lebensunterhalt mit genau dem, was Dich erfüllt und was sich wie Deine Berufung anfühlt ?
  • Bist Du so selbstbestimmt in Deinem Leben, wie Du es gerne sein möchtest, oder musst Du Dein Leben in weiten Teilen noch nach den Regeln anderer führen (z.B. Deinen Vorgesetzten auf der Arbeit) ?
  • Bist Du so körperlich so fit und gesund, wie es Deine physiologischen Gegebenheiten zulassen ?
  • Führst Du das Sexualleben, das Dich glücklich macht, oder musst Du Deine Wünsche und Begierden ganz oder teilweise vor Deinem Partner oder Deiner Partnerin verbergen ?
  • Lebst Du auf dem materiellen Niveau, mit dem Du zufrieden bist ?
  • Umgibst Du Dich mit den Leuten, die Dir gefallen und die Du magst ?

Also, ich frage Dich nochmal: Würdest Du Deinem 16-jährigen Ich aus tiefstem Herzen empfehlen, das Leben anzustreben, das Du jetzt gerade lebst ?

OK – dann ist es gut. Lege das Buch bitte weg (klicke es weg) und mache weiter. Du bist offensichtlich im Olymp angekommen.

Falls Du jetzt mit „nein“ oder „mhhh – na ja“ geantwortet hast, dann lies bitte weiter….. ich habe was für Dich….

Ich hätte nie etwas anderes machen sollen

Etwa im Jahre 1984 / 1985 fing ich Feuer für die Fotografie. Ich besorgte mit eine gebrauchte Spiegelreflexkamera mit einem 50 mm Objektiv und fing an zu fotografieren.

Als alter Jugendlicher / junger Erwachsener, der ich war, sah ich meine Zukunft als rasender Reporter in den Krisengebieten dieser Welt.

Ausgestattet mit einem sehr fein austarierten Gerechtigkeitssinn, war es mir schon immer ein Anliegen, gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt anzugehen. Die Fotografie schien dafür ein geeignetes Mittel zu sein.

Meine Fantasien kreisten also immer irgendwo zwischen weltrettendem Fotoreporter und künstlerischem Fotografen.

Leider war ich kein besonders fleißiger Schüler. Ich bin zwar nicht auf den Kopf gefallen, aber wenn ich die Wahl hatte zwischen „meinen eigenen Kopf durchzusetzten und zu tun, worauf ich gerade Lust hatte“ und „lernen, weil es die Schule so will“, entschied ich mich meist nur halbherzig fürs Lernen.

Entsprechend lagen meine Schulnoten sicher weit hinter meinen Möglichkeiten zurück.

Jedenfalls reichte es nicht, um eine Fotografenlehre zu ergattern: Denn erstens kamen zu dem Zeitpunkt, als meine Ausbildung anstand auf eine freie Stelle ca. 250 Bewerber und außerdem hatte ich keine Lust, so viele Bewerbungen zu schreiben.

Zu meiner Jugend bedeutete das noch: 250 Briefe auf der Schreibmaschine schreiben, kuvertieren, frankieren und versenden… Nix mit E-Mail & Co…..

An einem Morgen nach einer verzockten und durchzechten Nacht mit Freunden war es mir morgens zu schlecht, um in die Schule zu gehen; Mittlerweile volljährig schrieb ich mir meine eigene Entschuldigung und blieb noch eine Stunde liegen. Irgendwann meldete sich mein Gewissen und sagte mir, dass ich diesem vergammelten Tag noch irgendeine sinnvolle Tat abringen musste. Also stand ich auf, machte mich stadtfein und betrat den Fotoladen meiner Wahl, um um einen Aushilfssjob anzuheuern.

Wenn ich schon nich Fotograf werden konnte (aus einer Kombination aus schlechten Chancen und einer gewissen Faulheit, die Dinge anzugehen), so wollte ich doch wenigstens in einer Umgebung von Kameras und Fotografie jobben.

Nicht nur, dass ich an diesem verzockten Morgen meinen einträglichen Minijob sicherte, sondern ich besorgte mir damit auch gleich eine Ausbildungsstelle im Fotohandel – und zwar in einem der zu diesem Zeitpunkt angesehendsten Fotohäuser Deutschlands.

Die nächsten Jahre verbrachte ich damit, Kameras, Objektive und Zubehör zu verkaufen, mit Fotografen und Fotoreportern zu sprechen und umgeben von den besten Kameras dieser Zeit umgeben zu sein.

Wann immer ich wollte hatte ich Zugriff auf die Kameras und Objektive, die ich wollte und konnte damit in meiner Freizeit fotografieren.

Als beratender Verkäufer mit viel Fachkompetenz war ich bei meinen Kunden und Kollegen recht angesehen und – wohl auch durch meine mir eigene Eloquenz – im Verkauf sehr erfolgreich.

Alles in allem hatte ich eine gute Zeit – auch wenn ich kein Fotograf war und kein Fotoreporter, wie ich eigentlich gerne gewesen wäre…..

Was in den nächsten Jahrzehnten folgte, war eine turbulente Reise durch die unterschiedlichsten Stationen beruflichen Daseins: Ich arbeitete im Einzelhandel, im Verkaufsaußendienst, im Telefonverkauf, als Verkaufsleiter, schaffte den Weg ins Projektmanagement, in die Organisationsentwicklung, wurde Coach & Trainer, gründete Firmen, löste sie auf und gründete neue Unternehmen.

Ich führte das Leben eines beruflichen Mäandertalers, der von einer Kurve in die nächste mäanderte. Mal verdiente ich total viel Geld, mal stürzte ich radikal ab….

Wenn es mir gelingen würde, all die Energie, die ich beim Mäandern vergeudete zu kanalisieren, auf ein Ziel zu fokussieren, so wäre ich sicher in vielen Bereichen meines Lebens erfolgreicher.. Dieser Gedanke kam mir immer wieder – nur: Ich hatte das „eine Ding“, das mich so in seinen Bann zieht, dass ich ihm all meine Energie schenken kann, offensichtlich noch nicht entdeckt, oder ?

Moment mal… da war doch was…..

Schon als Kind liebte ich es, alleine durch die Wälder zu streifen…..

Die Liebe zur Fotografie…..

Und dann kam es mir – ganz plötzlich und unerwartet: Ich hätte nie etwas anderes machen sollen als mäandern und fotografieren….

Aber nachher ist man immer schlauer, oder ?

Also, wenn ich heute mein 16-jähriges Ich treffen würde und ihm einen Rat geben sollte, was es mit seinem eigenen Leben anfangen sollte, dann würde ich ihm raten:

„Konzentriere all Deine Energie auf die Fotografie. Nutze jede Gelegenheit zum Fotografieren, arbeite ständig an Deiner fachlichen Entwicklung, entwickle Deinen persönlichen Stil, finde jemanden, der Deine Werke kauft und lasse Dich nicht davon abbringen, es zu tun: Weder von knappen Ausbildungsstellen noch von mittelnmäßigen Noten.

Wenn Du auf Leute triffst, die Dir sagen, dass das alles nicht geht und die Dich auf Deinem Weg ausbremsen wollen, trenne Dich von ihnen. Suche Dir stattdessen Menschen, die Dich auf Deinem Weg unterstützen – vielleich konstruktiv kritisieren, aber lasse nicht zu, dass irgendwer oder irgendwas Deine Energie vampirisiert.

Baue Dir ein Leben auf, in dem Du Deine Leidenschaften, die Fotografie und das Mäandern, in den Mittelpunkt stellst – alles andere muss sich dem unterordnen – basta !“

Das Jahr in dem ich begann zu tun, was ich immer hätte tun sollen

2018 hatte ich die Faxen endgültig dicke…. Ich hatte in den letzten Jahren vieles erreicht, von dem andere nur träumten. Ich arbeitete als Coach, Trainer, Berater, hatte Häuser gekauft und mit Gewinnen wieder verkauft, hatte Bücher geschrieben, Blogs betrieben und wirklich viele Erfahrungen gesammelt – aber irgendwie drehte ich mich im Kreis – nein: Ich trat auf der Stelle, ich war nicht glücklich….

Es schien mir, als zerinne mein ganzes Leben in den Händen des Schicksals, als würde mein Leben – besonders mein Berufsleben zwischen den Mühlsteinen all meiner beruflichen Sünden der Vergangenheit zermahlen werden.

Obwohl ich so viel Energie für alles mögliche aufgebraucht hatte, und vieles erreicht (und wieder verloren) hatte, blieb das Gefühl, das ich doch nirgends stand.

Aus eine Laune heraus begann ich mit der Irisfotografie. Ich gründete erstmals seit Jahren ein Business ohne Businesscase, ohne Tabellenkalulation und tat einfach, wonach mir gerade war. Ich gründete – ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein – eine Unternehmen für Fotografie.

Ich eröffnete mit null Euro ein Geschäftskonto und investierte ein wenig Geld aus meinem privaten Säckel in Fotoequipment für die Irisfotografie -alles in allem ca. 2000,00 EUR.

Nachdem ich wusste, wie es geht und ich einigermaßen zufrieden war mit den Ergebnissen, veröffentlichte ich einen Facebook-Post, in dem ich sinngemäß schrieb, dass es ab nun diese Irisfotos in meinem Büro gebe und man bei mir Termine dafür buchen könne…

Nun half mir das Schicksal: Durch diesen Post wurde zuerst eine lokales Online-Nachrichtenportal auf mich aufmerksam und bat mich um ein Interview und dadurch folgten zwei Nachrichtensender, die über meine Irisfotografie im Fernsehen berichteten.

Das brachte mir natürlich Kunden und Zulauf und beflügelte mein Geschäft, das ich ja eigentlich nur aus einer Laune heraus begonnen hatte. Im Grunde hatte ich nichts anderes gemacht als das, wozu ich Lust hatte.

Irgendwie habe ich das zu diesem Zeitpunkt gebraucht, da alles, was ich zu diesem Zeitpunkt beruflich tat mich nicht mehr glücklich machte (vieles davon vielleicht nie getan hatte).

Beflügelt durch den Zulauf, den ich hatte erkannte ich, dass sich hier für mich eine Riesenchance auftut und ich wandte alles an, was ich über den Aufbau eines Unternehmens wusste. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich für mich ein Fotobusiness aufgebaut, das mich ernährt.

Ich brauchte aber noch bis ins Jahr 2020 um zu erkennen, welche Möglichkeiten sich daraus für mich noch ergeben sollten und „mäanderte“ noch ein wenig in beruflichen Gefilden umher, die nicht gut für mich sind.

2020 – Mein Jahr der Erkenntnis

Mittlerweile läuft mein Geschäft mit der irisfotografie so gut, dass ich gut davon leben kann.

Das allerbeste daran: Ich arbeite nur an ca. 6-10 Tagen im Monat in festen Kundenterminen und habe ansonsten viel Zeit für andere Dinge.

Also fange ich an, mit meinem Minivan alleine kleine Reisen in die Natur zu unternehmen. Ich suche mir Ziele in schönen Landschaften aus, durchwandere sie, fotografiere sie und lebe 2-3 Tage lang in meinem Van und im Wald.

Die Fotos, die dabei entstehen, veröffentliche ich auf einer Online-Verkaufsgalerie.

Ich sehe es, aber ich kann es noch nicht wahrhaben, obwohl ich es nun schon seit fast 3 Jahren so mache: Ich bin dort angekommen, wo ich schon als Jugendlicher sein wollte:

Ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit „Mäandern“ und „Fotografieren“.

Poaaah !!!! Poahhhhh !!!!! Ist das geil !

Damit aber nicht genug: Ich habe mir – außer zum Brotbacken – seit Jahren keinen Wecker mehr stellen müssen. Ich arbeite wann ich will und wo ich will und in dem Pensum, das gut für mich ist. Ich habe den Luxus, meinen Tagesablauf nach meinem Biorhytmus gestalten zu können und somit z.B. zu den Zeiten arbeiten zu können, an denen ich die beste Energie für die Arbeit aufbringen kann.

Es gibt niemanden über mir, an dem ich mich orientieren müsste; weder ein Chef, noch ein Auftraggeber (der auch noch verlangt, dass ich seine politischen Spielchen mittrage und der versucht, mir Bewunderung für ihn abzuringen).

Ich bin im Olymp meines Lebens beruflichen Lebens angekommen.

Das erste mal seit sehr, sehr langer Zeit habe ich das Gefühl, das richtige zu tun und muss mich schon fast zwingen, diesen Zustand anzuerkennen und zu genießen.

Warum tun wir uns so schwer damit, zu tun, was wir wirklich wollen ?

Man könnte sagen, ich sei in mein perfektes Leben einfach so reingeschlittert. Im Detail betrachtet ist es so einfach natürlich nicht. Ich neige eher dazu zu sagen, dass der Weg zum Ziel geprägt war von vielen Umleitungen, die bei mir schlicht die Ortskenntnis – oder besser: Die Kenntnis über die Komplexität des schwierigen Geländes, das ich durchwandere, erhöht haben.

Warum es uns Menschen meist so schwer fällt, von Anfang an das zu tun und das Leben zu leben, das uns wirklich erfüllt und glücklich macht, lässt sich sicher nicht mit wenigen Antworten zu 100% erklären.

Ein paar offensichtliche Gründe sind aus meiner Erfahrung mit mir selbst und aus dem Coaching mit meinen Kunden aber schon ableitbar:

  • Wir haben nicht gelernt, auf uns selbst zu achten.
  • Wir haben nicht gelernt, zu unserem Willen zu stehen.
  • Wir haben Angst, einen sicheren Pfad zu verlassen.

Im folgenden will ich auf diese Aspekte ein wenig näher eingehen:

1. Wir haben nicht gelernt, auf uns selbst zu achten

Je jünger wir sind, desto stärker basiert unser Verhalten auf dem Prinzip der Nachahmung.

Da wir als Babys noch kein Bewusstsein für uns haben und quasi orientierungslos in die Welt entlassen werden, sind wir darauf angewiesen, uns an Vorbildern zu orientieren: Die Mama lacht – also lachen wir; der Papa geht rechts rum, also folgen wir, die Eltern pusten das dampfende Essen auf der Gabel kühl, also machen wir das auch, u.s.w.

Während wie älter werden und selbstständiger sein könnten, haben wir so viele kulturelle und soziale „Somachtmans“ übernommen, dass wir überhaupt keine Veranlassung sehen, es anders zu machen.

Schließlich sind wir mit den vorgegebenen Mustern ja dahin gekommen, wo wir jetzt stehen. Der einfachste, erstrebenswerte Ansprich, das uns hierhin geführt hat lautet: Ich habe überlebt!

Die Krux dabei ist die, dass wir bei der stoischen Übernahme dieses „Überlebensprogrammes“ nicht gelernt haben, dass wir auch auf andere Art und Weise hätten überleben können.

Es ist eine hohe pädagogische Kunst der Erziehenden, Kindern und Heranwachsenden das mitzugeben, was man „Wurzeln und Flügel“ nennt, also die Fähigkeit, einerseits auf vertraute (überlebenssichernde) Programme zurückzugreifen und gleichzeitig offen für Neues zu sein.

Ich behaupte, dass das den wenigsten Erziehenden gelingt, auch wenn sie natürlich meist das Wohl ihrer Schützlinge im Blick haben.

Sehr zugespitzt behaupte ich, dass eine der größten Hinderungsgründe dafür, das zu tun, was das Beste für uns wäre der ist, dass wir uns zu sehr nachdem orientieren, was für andere gut ist oder was andere sich für uns ausgedacht haben.

Es ist für uns Menschen einfach superbequem so zu agieren, denn wir vermeiden damit von frühester Kindheit an Stress & Diskussionen und wir erhalten auch noch Anerkennung und Liebe dafür.

Wenn Mama sagt: „Nun iss Deinen Teller leer und Omi hat Dich lieb“, dann essen wir den Teller vielleicht nicht deshalb leer, weil wir hungrig sind, sondern weil wir den Preis – Omis Liebe und Mamis Zufriedenheit – haben wollen.

Dieses Muster, sich auf vielfältige Weise nach außen zu orientieren, hindert uns die meiste Zeit unseres Lebens daran, überhaupt zu erkennen, was wir wollen, dazu zu stehen und es für uns durchzusetzen.

2. Wir haben nicht gelernt, zu unserem Willen zu stehen

Vor dem Hintergrund des oben beschriebenen Mechanismus haben wir natürlich auch nicht gelernt, zu unserem Willen zu stehen; Nur allzu oft wurde dieser während unserer gesamten Sozialisierung bis zum Erwachsenenleben gebrochen – mit mehr oder weniger rabiaten Methoden.

Im günstigsten Fall erhielten wir ein Eis als Belohnung dafür, wenn wir uns fügten und „brav“ waren, im schlimmsten Fall gab es Dresche, wenn wir nicht machten, was die Erziehenden für uns vorgesehen hatten und von uns verlangten.

Auf jeden Fall haben wir unzählige Male auf unterschiedliche Art und Weise gelernt, dass immer, wenn wir unseren Willen durchsetzen wollten, entweder die Macht der Verführung oder die Macht der Gewalt diesem Durchsetzen des Willens entgegen steht.

In einem sehr ungünstigen Fall haben wir uns fürs Leben gemerkt, dass die Durchsetzung dessen, was wir wollen in irgendeinder Form zu Stress für uns führt… also – warum das alles ?

Aussagen wie „Wer will sagt, kriegt gleich gar nichts“ und „lerne zu sagen: „Ich möchte“m statt „ich will“ sind noch immer gesellschaftlicher Konsens.

Die Herausforderung, die vor uns liegt lautet also: Wir müssen wieder wollen lernen !

Etwas zu wollen ist gut ! – Bitte merke Dir das…

3. Wir haben Angst, einen sicheren Pfad zu verlassen

Einer der wichtigsten Gründe, die uns davon abhält, einfach so zu leben, wie wir leben wollen, ist Angst und zwar die Angst vorm Unbekannten.

Nach dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“, akzeptieren viele Menschen lieber ein „halbes Leben“, als eine Leben in größt möglicher Fülle.

Den „Spatz in der Hand“ kennen wir – da wissen wir, was wir haben. Ob wir die Taube kriegen, die wir uns vorstellen können, wissen wir aber nicht. Deshalb erscheint es uns als Risiko, den sicheren Spatz loszulassen.

Natürlich kann es passieren, dass wir am Ende unserer Anstrengungen auch den Spatz nicht mehr in der Hand halten.

Die Ergebnisvarianten, die in unserer Vorstellungswelt herrschen, lauten oft einfach nur „Spatz, Taube oder nichts“.
Tatsächlich ist es aber so: Wenn wir uns auf den Weg machen, unsere „Taube“ zu finden, erleben wir so viel, dass es am Ende gar nicht mehr so wichtig ist, ob wir genau „diese eine Taube“ auch finden.
Wir lernen so viel darüber zu gehen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen, dass wir uns unterwegs vielleicht ganz entspannt nach einem noch besseren Ziel umsehen können oder die ersehnte Taube wirklich finden.

Es gibt keinen Weg – nur gehen !

Zielstrebigkeit in Kombination mit Ergebnisoffenheit hilft, die Angst zu mildern.

Natürlich ist ein Schiff im Hafen am sichersten – nur ist das dafür nicht gebaut. Es ist dafür konstruiert, aufs offene Meer hinaus zu fahren, hohen Wellen zu trotzen und mit all seinen Boardmitteln gefährliche Klippen zu umschiffen.

Für das Liegen im sicheren Hafen braucht es auch keinen Kapitän.

Deine Angst, die Dich davon abhält, Dich auf den Weg in das best mögliche Leben für Dich aufzumachen ist im höchsten Maße irreal.

Das, was Dir auf Deinem Weg begegnen kann sind Bedrohungen und Aufgaben. Diese löst Du aber nicht durch Angst, sondern durch Aktivität. Die Angst lähmt Dich, durch aktives Handeln überwindest Du die Bedrohung und löst die Aufgaben, die vor Dir liegen.

Die Angst kannst Du als Zeichen nutzen, vorsichtig zu sein, dafür ist sie gut und hilfreich.

Ein Bergsteiger, der nie das Gefühl der Angst hätte, würde vermutlich schneller und härter wieder unten ankommen, als er aufgestiegen ist. Seine Antwort auf die Bedrohungen, die ihn am Berg erwarten, sind aber nicht „Stillstand“ oder „Lähmung“, sondern bewusstes und lösungsorientiertes Handeln.

Du musst die Komfortzone verlassen – Schwachsinn ist das !

Immer wieder lese und höre ich, man müsse die Komfortzone verlassen und Schmerzen aushalten, um weiter zu kommen.

Ich denke: Man müsste ja bescheuert sein, um freiwillig seine Komfortzone zu verlassen und sich in Schmerz begeben.

Etwas anderes halte ich für viel besser, nämlich sich bewusst zu machen, dass das Lösen erforderlicher Aufgaben am Ende eine viel größere Komfortzone bedeutet: Was kann es besseres geben, als ein Leben, das zu mehr oder weniger 100% das ist, das Dich nachhaltig und dauerhaft glücklich macht ?

Der Trick, Dir die nötige Motivation zum Überwinden der Angst zu holen besteht darin, Dir den Gewinn für Dich bewusst zu machen und die Aufgaben und Bedrohungen, die es zu lösen gilt zu rationalisieren.

Lege den Preis, den Du dafür zahlen musst, ein Leben zu leben, das mehr oder weniger weit weg von Deinem Ideal ist ebenso in die Waagschale, wie den Preis, den Du für die Überwindung von Schwierigkeiten auf dem Weg in Dein Wunschleben zahlen musst.

Unzufriedenheiten und unterdrückte Bedürfnisse fordern ihren Tribut: Dieser manifestiert sich bei dem einen in Lethargie und Depression, bei einem anderen in Magengeschwüren, hohem Blutdruck, Alkohol- und Drogenabhängigkeit oder dauerhaftem Zynismus.

Das Verharren in einem Zustand relativer Unzufriedenheit mag sich anfühlen wie „Ruhe“, oft ist es aber nur eine Grabesruhe, in der nicht das Positive liegt, sondern unter der ein mehr oder weniger heftiger Vulkan brodelt, der nur darauf wartet, in irgendeiner Form ausbrechen zu können.

Alles hat seinen Preis – das Lösen von Aufgaben und Problemen genauso, wie deren Hinnahme.

Als Fan von Rationalisierung finde ich die Nutzung von Tabellen dafür sehr geeignet, z.B. so:

ZielAufgabe / BedrohungLösungGewinn bei Lösung
1 Jahr Sabatical im VanKeinen Anschluss mehr zur Arbeitswelt bei RückkehrKontakt halten mit Kollegen und der Branche via Onlinemeetings, E-Mail etc.
Onlinefortbildung von unterwegs.
Kann Sabatical machen und gewinne Sicherheit des Kontaktes.
Lehre als Zimmermann.Wenn ich kein Arzt werde, ist Mama entäuscht.Es ist mein Leben. Ich bin nicht dazu da, um andere glücklich zu machen. Wenn Mama das nicht versteht, muss sie eben noch an sich arbeiten -nicht ich an mir.Ich kann endlich den ganzen Tag mit meinem geliebten Holz arbeiten und schöne Häuser bauen.

Eine Tabelle zwingt Dich zur Rationalisierung und zur kleinteiligen Betrachtung. Sie ist ein gutes Mittel um die Bedrohungen und Aufgaben hinter Ängsten aufzulösen.


Entwerfe Deine eigene Lebensvision

Für den, der sein Ziel nicht kennt, ist jeder Hafen der falsche.

Seneca

Wenn Du keine klare Idee davon hast, wie genau Dein Leben sein soll, ist es kein Wunder, wenn Du keine Energie dafür aufbringst, es auch zu erreichen.

Du kannst dem Navi in Deinem Auto auch nicht vorwerfen, Dich nirgends hingebracht zu haben, wenn Du zuvor kein Ziel eingegeben hast. Nur wenn Du Deinem Navi mitteils, wohin genau Du möchtest und welche Kriterien Du an die die Route anlegst, kann es Dich auf dem besten Wege dorthin bringen und z.B. Hindernisse wie Staus umfahren.

Der Beschreibung Deiner Lebensvision solltest Du die allerhöchste Aufmerksamkeit und Sorgfalt widmen. Es ist unbedingt erforderlich, dass Du sie aufschreibst – und zwar am besten handschriftlich.

Nutze gerne auch eine Kombination aus rationalen und spielerischen Mitteln dazu, Deine Lebensvision zu erstellen. Du kannst also z.B. auf Papier schreiben und etwas dazu malen, oder Bilder aus Katalogen einkleben, um das Geschriebene zu untermauern.

Deine Lebensvision entwirfst Du bitte zunächst alleine…. Nur Du ! Ziehe Dich dafür zurück an einen Ort, an dem Du wirklich Stunden und Tage alleine mit Dir und Deinen Gedanken und Wünschen verbringen kannst.

Es geht dabei darum, mit Dir selbst und Deinen tatsächlichen Wünschen und Ideen in Kontakt zu kommen.

Sobald Du jemand anderes fragst, was er/sie meint, was Deine Lebensvision ist, erhältst Du eine Antwort, die deren Konstrukt von Dir enthält – nicht Deines.

Zu einem späteren, fortgeschrittenen Zeitpunkt ist es hilfreich, Deine Lebensvision auch mit anderen zu Diskutieren und deren Anregungen aufzunehmen, aber zunächst geht es nur darum, dass Du völlig unverfälscht und frei von äußeren Zwängen Deine wirkliche, von innen heraus sprudelnde Lebensvision entwickelst.

Entwickle Deine Lebensvision unabhängig von der Frage, wie Du bisher gelebt hast und was „eigentlich richtig oder falsch ist“.

Die wichtigsten Fragen, die Du Dir beantworten solltest:

  • Womit will ich meinen Lebensunterhalt bestreiten ?
  • Wie viel Geld möchte ich verdienen ?
  • Wo möchte ich leben ?
  • Wer sollen meine Freunde sein ?
  • Wie viel Zeit möchte ich mit wem verbringen ?
  • Wie fit und gesund möchte ich sein ?
  • Wie soll der Anteil von Freizeit und Arbeit in meinem Leben sein ?
  • Gibt es eine Trennung von Arbeit und Freizeit oder will ich meinen Lebensunterhalt sowieso damit verdienen, was ich am liebsten mache ?
  • Wie soll meine Partnerschaft gestaltet sein ?
  • Wie ist mein idealer Partner / meine Partnerin ?
  • Überhaupt: Ist es nur ein Lebenspartner ?
  • Wie ist mein Sexualleben ausgestaltet ?
  • Bin ich wirklich monogam ?
  • Welche sexuellen Wünsche und Begierden sind mir bisher unerfüllt geblieben, sollten es aber in Zukunft nicht mehr sein ?
  • Nach welchen Werten und Prinzipien will ich leben ?
  • Welchen ökologischen Fußabdruck will ich dieser Welt hinterlassen ?

Wichtig: Ab einem bestimmten Zeitpunkt solltest Du auch zu Deinem Lebensentwurf stehen. Erzähle anderen Menschen davon, so wie Du über andere Selbstverständlichkeiten redest, die Dich betreffen. Deine eigene Lebensvision ist ein wesentlicher Teil von Dir und du solltest Dir angewöhnen, jederzeit dazu zu stehen.

Vergleiche Dich nicht mit anderen

Eine der sichersten Methoden, um sich selbst zu frustrieren ist der Vergleich mit anderen. Bei dem Modell eines unabhängigen uns selbstbestimmten Lebens geht es eben genau darum, sich nicht mehr daran zu orientieren, wie andere leben, sondern es geht um die konsequente Auseinandersetzung mit Deinen ureigensten Wünschen und Bedürfnissen.

Der Vergleich mit anderen führt Dich weg von Dir, anstatt hin zu Dir !

Du kannst natürlich Dinge, die andere aus Deiner Sicht richtig machen, anerkennen und Dich z.B. fragen, was Du davon lernen kannst, aber Dich mit anderen zu vergleichen ist unsinnig, denn: Niemand hat die gleichen Voraussetzungen im Leben: Weder materiell, noch sozial, noch mental, intellektuell oder auf einer anderen Ebene.

Auch das, was oft offensichtlich als „gleiche Bedingung“ daher kommt, ist im Detail eben doch anders. Und so, wie der berühmte Flügelschlag des Schmetterlings einen Sandsturm auslösen kann, so reicht bereits die kleinste Abweichung zweier Leben voneinander, um ein völlig anderes Ergebnis zu erhalten.

Weitere Ideen, um Deine Lebensvision zu entwerfen

Die Beschreibung Deines wirklichen, echten, aus Deinem tiefsten Inneren entspringenden Wunschleben gehst Du am besten mit Hilfe unterschiedlicher Werkzeuge und über einen längeren Prozess an. Kehre innerhalb einiger Wochen und Monate immer wieder zu Deiner Lebensvision zurück und bearbeite sie anhand neu gewonnener Erkenntnisse und hinzu gekommenen Ideen.

Gerade die Kombination aus spielerischer Kreativität und rationaler Auseinandersetzung mit Deiner Lebensvision verspricht Dir den größt möglichen Gewinn.

Methode: Leben mit Lottogewinn

Wer träumt nicht davon, einen echten Volltreffer im Lotto zu landen ?

Mal so richtig baden in Geld – wie Dagobert Duck…. Einfach mal shoppen gehen und Gott einen guten Mann sein lassen.

Seinen Kindern, der Familie, Freunden etwas zustecken und einfach mal „Sekt aus Pömps“ saufen. Scheiß doch drauf….

Gut – aber mal zuende gedacht: Ist es wirklich das, was Dich im Leben erfüllt – mit dicken Autos durch die Gegend rasen, den ganzen Tag Kaviar futtern und beim Schneider den nächsten Maßanzug bestellen, um sich dann auf der Düsseldorfer Kö mit nem Kaffee in der Hand zu zeigen ?

Also meines wäre es nicht, was nicht bedeutet, dass ich eine Geldallergie habe……

Wenn Du Dir mal die 5 – 10 wichtigsten Dinge vor Augen führst, für die es sich für Dich wirklich lohnt, morgens aufzustehen und Dich einzusetzen…. kommt dann „Porschefahren“ und „Kaviaressen“ drin vor ?

Oder ist es eher eine Liste, die so aussieht wie:

  • Gesundheit
  • Zeit für mich haben
  • Glück für die Familie
  • Meinen Leidenschaften unbeschwert nachgehen können
  • Harmonische Partnerschaft
  • Harmonische Beziehungen
  • …..

Die Sehnsucht nach dem Lottogewinn lenkt Dich vom Gestalten Deines Lebens ab

Wenn Du die Frage stellst, was kann ich tun – jenseits des Lottogewinns – um die Dinge zu erreichen, die mich glücklich machen, dann kommst Du vielleicht darauf, dass Du dafür keinen Lottogewinn brauchst, um glücklich zu sein:

  • Um maximale Gesundheit zu haben, kannst Du spazieren gehen, radfahren, Dich vernünftig ernähren und ein spannendes Sexleben leben.
  • Um Zeit für Dich zu haben reicht ein Kalender und eine Tür, die Du verschließt.
  • Um Beziehungen zu pflegen reicht Dein Telefon, gemeinsame Zeit mit Deinem Partner u.s.w.

Es besteht durchaus das Risiko, dass – wenn Du Dein Glück vom Lottogewinn abhängig machst – Du vergisst, dass Du das meiste von dem, was Du willst, auch „einfach so“ haben kanns – ohne den Sechser im Lotto.

Ich bin sicher, dass nur Menschen, die ohnehin Gestalter ihres Lebens sind, auch mit einem Lottogewinn dauerhaft glücklich sein können, während diejenigen, die das ohne den Jackpot nicht schaffen, auch mit viel Geld aus einem Gewinn oder einer Erbschaft nicht glücklicher werden.

Mache Dir bewusst, was Du willst und gestalte es

Bevor Du also das nächste Mal ein Lotterielos kaufst, mache Dir bitte bewusst, was Du wirklich im Leben willst, was Dir etwas wert ist.

Ziehe eine Bilanz nach dem Motto:

Hätte ich gerneSo ist es derzeitDas muss ich dafür tun
Stabile Beziehung zu meinem PartnerEtwas wackeligMehr gemeinsame Zeit verbringen und gemeinsame Erlebnisse zelebrieren

Wenn Du Dir dann die Frage stellst, was Du genau dafür benötigst, um das zu erreichen, achte doch mal darauf, wie oft „viel Geld“ dabei vorkommt !

Ich bin sicher, dass das in den meisten Fällen nicht so ist.

Dein Aktionsplan – Dein Leben – Dein Lottogewinn

Wenn Du das für alle Lebensbereiche Deines Lebens durchziehst, die Dir wirklich wichtig sind, dann wirst Du zum Gestalter Deines Lebens und nicht zum Suchenden nach Deinem Leben.

Mit dieser Art durchs Leben zu gehen, wird Dir auch ein Lottogewinn helfen, wenn Du nur auf den Lottogewinn setzt, wird Dein Leben wohl nach kürzester Zeit auch mit einem dicken Geldpolster schon bald wieder leer und unglücklich sein.

Methode: Deine eigene Grabrede

Eine der wirkungsvollsten Methoden, die ich kenne, um wirklich darauf zu stoßen, was Dir im Leben wichti ist ist die, zu Deinen Lebzeiten Deine eigene Grabrede auf Dich selbst zu schreiben.

Nimm Die viel Papier und Stifte zur Hand, begib Dich an einen Ort, an dem Du völlig ungestört sein kannst und beginne, eine Rede zu schreiben, wie Du sie an der Beerdigung eines von Dir hoch geschätzten Menschen halten würdest. Nur, dass dieser Mensch dieses Mal Du bist.

Überlege Dir – Thema für Thema – was es wohl wäre, was Dich daz bringt, einen verstorbenen Menschen posthum über den Grünen Klee zu loben.

Was müsste der Mensch, der am Tage seiner Beerdigung Deine vollste verbale Wertschätzung vollbracht hat, getan, gesagt, geleistet haben ?

  • Wie ging er mi seine Mitmenschen um ?
  • Was hat er für die Gesellschaft insgesamt getan ?
  • Was hat er der Welt Gutes hinterlassen ?
  • Wie war er als Familenmensch / Mutter / Vater ?
  • Wie war er als Freund ?
  • Wie hat er gelebt ?

Hau alles raus, was Du möchtest, dass über Dich an Deiner eigenen Beerdigung aus tiefstem Herzen und vollster Überzeugung gesagt werden kann.

Wenn Du fertig bist, vergleiche die Wunschaussagen über Dich mit dem, wohin Deine Energie tatsächlich in Deinem Leben fließt.

Wenn Du Optimierungspotenzial entdeckst – gehe es an….



Vision ohne Aktion bleibt Illusion und führt zu Desillusion

OK, nun hast Du einige Ansätze kennen gelernt, mit deren Hilfe Du beschreiben kannst, wie Dein Wunschleben sein soll.

Das alleine hilft Dir aber nicht, dort auch hinzukommen. Jetzt, nachdem Du schwarz auf weiß beschrieben hast, wie Dein Leben eigentlich aussehen sollte, damit Du rundum glücklich und zufrieden sein kannst, solltest Du es nicht einfach wieder in die hinterste Schublade Deiner Existenz verbannen.

Nun ist es an der Zeit, dass Du Dich auf den Weg machst, Dir Dein Wunschleben zu erobern. Die Intensität und die Schnelligkeit, mit der Du Dein Wunschleben erreichst, hängt natürlich von Deinen aktuellen Rahmenbedingungen ab und ist – wie alles – nicht vergleichbar damit, wie andere das schaffen.

Denke also am besten gar nicht erst darüber nach !

Wenn Du es eilig hast, gehe langsam !

Ich bin sicher, dass ein konsequenter Weg in vielen kleinen Schritten wesentlich früher und nachhaltiger zum Erfolg führt, als ein blings aktionistischer Weg mit großen, aber unüberlegten Schritten.

Am Ende des Tages führt die Aktion zum Erfolg – nicht der Wille. Der teuerste Buchstabe in Deinem Leben ist das „t“, denn es kommt in vielen Konjunktiven vor: „Sollte“, „Könnte“, „Müsste“, „dürfte“ u.s.w.

Streiche diese Worte am besten fortan aus Deinem Wortschatz. Ersetze sie durch „ich mache“, „ich werde“, „ich will“, „ich darf“. Übe Dich darin – bei Selbstgesprächen ebenso, wie in Unterhaltungen mit anderen.

Dein Unterbewusstsein kann externe und interne Gespräche sowieso nicht unterscheiden; die Wirkung lauten und stillen Sprechens ist dieselbe.

Ich behaupte, dass eine Vision ohne Aktion nicht nur Illusion bleibt, sondern – noch schlimmer – auch zur Desillusion führt. Wenn Du Dich damit abfindest, dass Dein Wunschleben „sowieso nicht eintritt“ (weil Du nicht genug dafür tust), dann führt Dich das zwangsläufig auch zu er Erkenntnis, dass „das Leben es sowieso nicht gut mit Dir meint….“.

Wenn Du erst einmal in diesem Zustand angekommen bist, gibt es ja gar keinen Grund mehr dafür, „etwas zu tun“, denn „das Leben is ja eh eine Desillusion“.

Also, Du musst loslaufen und Dir Schritt für Schritt das Leben gestalten, das Dich nachhaltig erfüllt und glücklich macht.

Alles kommt zur rechten Zeit – Stimmt nicht !

Kennst Du diese Kalendersprüche wie

„Alles kommt zur rechten Zeit – Du musst nur geduldig sein !“

?

Ich halte sie für verklärten Unsinn, realitätsfremden Mist, Ablenkungsmanöver von den wirklichen Aufgaben, die zu erledigen sind, um etwas zu erreichen.

Dein Erfolg ist eine Folge Deiner Entscheidungen und Taten

Ok… klar – es gibt immer wieder diese Geschichten, bei denen das Schicksal nachgeholfen hat und Wartenden einen Goldklumpen vor die Füße geworfen hat.

In der Regel ist es aber so, dass dies nicht geschieht und erfolgreiche Menschen ihren Status deswegen erreichen, weil sie etwas dafür tun.

Je mehr „vom Richtigen“ sie tun, desto „erfolgreicher“ sind sie.

Erfolg ist, was Du als Erfolg definierst

Damit fängt die ganze Geschichte ja schon an: Mit der Frage, was Erfolg überhaupt ist !

Ich meine, das solltest Du für Dich selbst definieren und Dich nicht daran orientieren, was andere für sich als „Erfolgreich sein“ definieren.

Bei den meisten Menschen geht es dabei sowieso nur um materielle Güter und finanziellen Status – oft abgeleitet aus dem Modell, das sie anderswo „gesehen“ oder von Haus aus „eingeimpft bekommen“ haben.

Systematisch kleine Erfolge sammeln schafft große Erfolge

Es gibt nie eine Garantie dafür, dass Du am Ende das bekommst, was Du Dir vorstellst.

Aber: Alles Nötige dafür zu tun, erhöht die Chance darauf ungemein – ganz im Gegenteil zum „Warten“.

Mein Gegenvorschlag zum geduldigen Warten ist der folgende:

  • Definiere „Erfolg“ für Dich, Dein Ziel und bestücke es mit Fakten
    (z.B. „12-wöchige Reise im Wohnmobil durch Frankreich, Spanien und Portugal bis zum 31.12.2022)
  • Überlege Dir, was Du dafür alles tun musst,
    z.B. Wohnmobil kaufen / mieten, Urlaub nehmen, Geld von der Bank holen (oder ein Businessmodell als „Digital Nomad“ entwickeln), Wohnung untervermieten, u.s.w.
  • Teilstrecken definieren und mit harten Fakten versehen,
    z.B. Mit Chef reden bis XYZ, Wohnung inserieren bis, u.s.w.

Schreibe alles auf und reflektiere regelmäßig

Schriftlichkeit ist wichtig. Lege Dir ein Projektbuch an (digital oder handschriftlich) und schreibe Dir alles auf, was Dir zu Deinem Ziel einfällt.

Korrigiere Deinen Plan bei Bedarf oft – Dein Ziel aber nicht, oder nur sehr selten.

Suche nach den wichtigsten Stellhebeln, die das Erreichen Deines Ziels befördern (und halte Dich nicht mit unwichtigen Details auf).

Ziele zu erreichen ist Arbeit – darauf zu warten, dass sie einfach eintreten, ist Unsinn

Von Zeit zu Zeit solltest Du in Dein Buch schauen und prüfen, ob Du noch auf Deinem Weg zum Ziel bist.
Setze Dich z.B. ein Mal im Monat hin, blättere durch Dein Projektbuch und schau nach, ob Du schon wieder einige Punkte abhaken oder einfach verwerfen kannst.

Oftmals merkst Du erst bei dieser bewussten Nachschau, was Du schon alles bewegt hast, um Deinem Ziel näher zu kommen.

Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Ich weiß, diese Weisheit ist furchtbar abgedroschen – aber sie stimmt halt einfach.

Genau wie diese hier:

Wege entstehen beim Gehen

Lange Rede – kurzer Sinn:
Wenn Du etwas erreichen wilst, musst Du etwas dafür tun.

Darauf zu warten, dass es „passiert“ führt bestenfalls dazu, dass Du einschläfst.



Die wichtigsten Schritte in Dein Wunschleben

Ich hoffe, ich konnte Dich nun davon überzeugen, dass Du Dein Wunschleben nur erreichen kannst, wenn Du etwas dafür tust – nein, falsch: Wenn Du alles nötige dafür tust !

Die spannende Frage ist dabei: Was ist das wichtigste und nötigste, das Dich auf den Weg in Dein Wunschleben führt ?

Es ist immer eine Herausforderung, überhaupt eine Aufgabe anzugehen, wenn auf einmal sehr viele Aufgaben vor einem liege. Das Gefühl der Überforderung kann dann dazu führen, dass wir – wie das Kaninchen vor der Schlange – erstarrt sitzenbleiben und gleich gar nichts machen.

Es muss also eine Priorisierung der Aufgaben her.

Sie sollte eine Kombination aus Effektivität, also Wirkung und Wichtigkeit (für die Erreichung Deiner Lebensvision) sein.

Ich bin sicher, wenn Du die wichtigsten Baustellen zuerst aufräumst, dass in deren Schlepptau sich viele andere Baustellen gleich mit auflösen.

Gemäß dem aus der Wirtschaftswissenschaft bekannten Pareto-Prinzip, nachdem 20% Anteil für 80% der Wirkung stehen können, suche also zunächst nach den wenigen Aufgaben, die eine möglichts große Wirkung erzielen.

Um die wichtigsten Aufgaben herauszufinden empfehle ich Dir folgende Analyse

  • Schritt 1: Schreibe auf, welche Bereiche für Dein Wunschleben besonders wichtig sind, z.B.
    – Partnerschaft
    – Wohnort / Wohnart
    – Erwerbsmodell
    – Sexualität
    – Gesundheit / Fitness
    – Matierielle Ansprüche
    – Freunde / Umgang
    …….
  • Schritt 2: Frage Dich für jeden einzenen Bestandteil dieser Liste, wo auf einer Skala von 0% bis 100% Du jetzt gerade stehst, wenn die Kriterien an Dein perfekts Leben, die Du in Deiner Lebensvision beschrieben hast, 100% sind.
  • Schritt 3: Nimm Dir nun zunächst die 3 Kriterien aus Deinier Matrix vor, bei denen Du am weitesten Weg bist von Deinem Idealleben und die vermutlich am leichtesten zu verändern sind.
  • Schritt 4: Lege für diese „Lücken“ einen umfangreichen Aktionsplan an: Beschreibe ausführlich wie, womit und bis wann Du für diese Lücken eine Veränderung – sprich eine Erhöhung ihres Scorewertes erreicht haben willst.
  • Schritt 5: Monitore diese Themen ständig. Führe darüber Tagebuch, eine Fortschrittskontrolle, einen Projektplan und was auch immer nötig ist, um Dich mit den Fortschritten, die Du selbst erkannt hast, auseinander setzen zu können.

Hier wird deutlich: Sein Wunschleben zu leben ist Arbeit – es wird nicht im Schlaf passieren.

Während Du Dich mit der Planung Deiner wichtigsten und nächsten Schritte auf dem Weg in Dein Wunschleben beschäftigst kann es sein, dass Dir Gedanken kommen wie „Ja aber das geht doch nicht“, oder „Das kann ich nicht machen“ oder „Dazu habe ich kein Geld“ oder ähnliches.

Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um negative Glaubenssätze, die Du systematisch überwinden kannst.

Eine Möglichkeit um Deine behindernden Glaubenssätze in konstruktivere Annahmen umzuwandeln, stelle ich Dir im folgenden Abschnitt vor.



Wie Du negative Glaubenssätze gegen bessere Glaubenssätze ersetzt

Ob Du glaubst, dass Du es schaffst, oder nicht – Du hast auf jeden Fall recht !

Glaubenssätze sind nichts grundsätzlich schlechtes.

Glaubenssätze, die sachlich falsch sind und das Potenzial haben, Dich auszubremsen, sind es aber schon und Du kannst sie gegen hilfreichere Ideen ersetzen.

In diesem Beitrag findest Du einen Weg dafür, wie Du negative Glaubenssätze gegen hilfreiche Glaubenssätze austauschen kannst.

Was sind Glaubenssätze überhaupt ?

Glaubenssätze sind „Wahrheiten“ und „Überzeugungen“, die sich so tief in Dein Bewusstsein eingegraben haben, dass sie automatisch hervortreten und Entscheidungsprogramme auslösen.

Glaubenssätze entstehen durch permanente Konditionierung und gefühlte Erfahrung: Also dem, was Du durch Deine Erzieher gehört hast und dem, was sich im Leben „bestätigt“ hat.

Der Mensch sucht in der Regel immer nach der Bestätigung seiner Annahmen – das ist ein gefundendes Fressen für Glaubenssätze.

Beispiele für Glaubenssätze

  • „Ich bin zu klein dafür“ (um den Berg hochzusteigen)
  • „Ich bin zu dick für einen attraktiven Partner
  • „Das macht man nicht“ (z.B. mit mehreren Partnern zusammen leben)
  • „Sonntags hängt man keine Wäsche raus“
  • „Kinder müssen immer für ihre Eltern da sein“

Glaubenssätze sind keine Naturgesetze

Schaut man genauer hinter Glaubenssätze so stellt man schnell fest, dass sie keine Naturgesetzte sind und keine universelle Allgemeingültigkeit besitzen.

  • Viele kleine Menschen sind schon den Berg hochgestiegen.
  • Es gibt dicke Menschen, die mit echten Beautys in harmonischer Partnerschaft leben.
  • Es gibt unzählig viele glücklich polygam lebende Paare.
  • Überall auf der Welt wird auch sonntags Wäsche rausgehängt (und die Erde dreht sich weiter).
  • Es gibt viele „Kinder“, die sich erlauben, sich von den Bedürfnissen ihrer Eltern abzugrenzen und dennoch für sie da zu sein.

Glaubenssätze sind antrainierte Wahrheiten, die oftmals nicht wahr sind und die sich einfach ungefragt eingeschliffen haben.

Wie Du Deine negativen Glaubenssätze überwinden kannst

In meiner psychologischen Welt kann man nicht „nichts tun“ sondern lediglich „etwas anderes tun“.

Basierend auf diesem Ansatz ist jeder Versuch, einen behindernden Glaubenssatz „weg zu machen“ zum Scheitern verurteilt: Du kannst Deinen behindernden Glaubenssatz gegen einen förderlichen ersetzen – Du kannst ihn aber nicht „wegmachen“.

Mit den nachfolgend beschriebenen Schritten kannst Du nach und nach Deine behindernden Glaubenssätze austauschen.

Schritt 1: Behindernden Glaubenssatz identifizieren

Du stößt immer wieder auf eine Hürde hinter der ein Glaubenssatz stößt ? Welcher ist das ?

Verkriechst Du Dich vielleicht auf einer Party in der hintersten Ecke des Raums, weil Du der festen Überzeugung bist, dass kleine dicke Menschen nicht attraktiv und interessant für andere sein können und deshalb sowieso niemand etwas mit Dir zu tun haben will ?

Schritt 2: Hilfreichen Glaubenssatz finden

Nehem wir mal an, es ist so, dann überlege Dir mal, welche Überzeugung Du haben müsstest, damit Du Dich nicht mehr in der Ecke verstecken musst und einsam an Deinem Cocktail nuckelst…

Wie wäre es z.B. mit diesem ?:
„Es gibt eine Menge Menschen, die finden dicke Menschen attraktiv, nett und hübsch. Außerdem gibt es sehr viele Menschen, denen es scheißegal ist, ob jemand dick ist, weil sie den Menschen hinter dem Körper sehen können“.

Schritt 3: Neuen Glaubenssatz diskutieren und probieren

Nun hast Du zwar einen Glaubenssatz gefunden, der Dich dorthin bringen könnte, wohin Du willst, aber das bedeutet ja noch nicht, das der richtiger ist, als Dein vorheriger Glaubenssatz.

Noch schlimmer: Es ist ja nicht Dein Glaubenssatz (also – noch nicht).

Schau doch einfach mal genauer hin:

  • Gibt es Menschen, die dick sind und die dennoch attraktiv für andere sind ?
  • Kennst Du jemanden persönlich ?
  • Wenn ja: Stimmt dann Dein alter Glaubenssatz noch ?
  • Wie verhalten sich die Menschen, die trotzt ihres Übergewichtes attraktiv sind ?
  • Wie wirken sie auf Dich ?
  • Wie wirken sie auf andere ?
  • Was machen sie anders als Du ?

Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass es wohl „irgendwie sein kann“, dass man auch aus dicker Mensch attraktiv für andere sein kann, ist zumindest eines bewiesen:

Dein alter Glaubenssatz hat keine universelle Gültigkeit – es gibt Ausnahmen – und diese können auch für Dich gelten.

Die Frage ist nur noch: Was musst Du dafür ändern.

Schritt 4: Neuen Glaubenssatz verwerfen oder integrieren

So ganz ohne Risiko kommst Du aus der Nummer nicht raus. Du musst den neuen Glaubenssatz: „Ich kann auch als dicker Mensch attraktiv für andere sein“ mal ausprobieren.

Je öfter Du etwas übst, desto besser wirst Du in dieser Angelegenheit. Entscheide Dich daher, es mehrfach zu versuchen und jedes Mal genau zu beobachten, was passiert ist.

Also: Krone richten, Kinn hoch, Schultern nach hinten und rein ins Gefecht: Da draußen ist jemand, der Pummelchen total klasse findet und nur auf Dich wartet.

Nachdem Du eine zeitlang das neue Konstrukt getestet hast, triff eine Entscheidung:

  • Der neue Glaubenssatz ist gut – ich behalte ihn
  • Der neue Glaubenssatz ist zwar im Prinzip ganz gut, braucht aber hier und dort noch etwas Anpassung. Die integriere ich und probiere die neue Variante aus.
  • Uaahhh – neee… der Neue taugt überhaupt nichts – ich schaue mal, ob ich einen anderen finde und teste diesen.
  • Ich wil den alten Glaubenssatz wieder haben – so falsch war der doch nicht….

Schritt 5: Mit dem neuen Glaubenssatz leben

Selbst wenn Dein neuer Glaubenssatz Dein alter wäre (was ich in der Regel auschließe), dann lebst Du mit diesem nun entspannter, weil Du Alternativen bewusst getestet hast.

Wenn Du einen neuen Glaubenssatz in Dein Leben integriert hast – und er sich in vielen Situationen als „wahr“ behauptet hat, kannst Du ihn pflegen und ausbauen.

Neben der Veränderung, die durch den neuen Glaubenssatz selbst in Dein Leben getreten ist, hast Du auf jeden Fall gelernt, dass Glaubenssätze willkürliche Konstrukte sind, die Du gegen andere willkürliche Konstrukte ersetzen kannst.

Der Unterschied zu Glaubenssätzen, die Du von Deinen Erziehern seit frühester Kindheit ungefragt übernommen hast ist der, dass Deine eigenen Glaubensskonstrukte das Ergebnis bewussten Handelns sind und vor allem mit Deinen Zielen und Wünschen korrespondieren.

Gib Dir Zeit

Deine Glaubensätze hast Du in frühester Kindheit gelernt und über Jahrzehnte verfestigt. Es wäre hyperoptimistisch anzunehmen, dass Dein Ich so einen liebgewonnenen Glaubenssatz einfach so loslässt.

Gib Dir also bitte etwas Zeit bei der Integration Deiner neuen Glaubenssätze und verzeihe Dir gelegentliche Rückfälle in alte Muster.

…..aber bleib dran – es lohnt sich für Dich, möglichst viele behindernden Glaubenssätze durch hilfreiche zu ersetzten…..

Hinterfrage alles ! – Warum ?

Im vorherigen Kapitel zum Umgang mit negativen Glaubenssätzen habe ich beschrieben, wie Du diese gegen hilfreichere Ideen ersetzen kannst.

Ein wesentlicher Bestandteil zur Umwandlung von negativen Glaubenssätzen ist das radikale Hinterfragen von Sinnhaftigkeit und Allgemeingültigkeit.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das hemmungslose Hinterfragen von allem ein wesentlicher Baustein für ein glückliches und selbstbestimmtes Leben ist.

In dem Bonmot: „Hinterfrage alles ! – Warum ?“ spitze ich diese Haltung auf den Punkt zu.

Regeln sind hilfreich – auch für Dich ?

In unserer Sozialisation durch unsere Eltern, Lehrer, Vorbilder u.s.w. werden wir quasi dauerbeschallt mit allgemeingültigen Weisheiten, die wir irgendwannn als so selbstverständlich erachten, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Was als Dauersuggestion in unseren Köpfen landet und durch Wiederholung gefestigt wird, bleibt einfach darin hängen – unabhängig von der Frage, ob es wirklich wahr und gut für uns ist.

Erst im Alter von etwa 9 Jahren beginnen wir damit, unsere eigenen Wahrheiten zu suchen, bleiben aber dennoch meist innerhalb der durch unsere bis dahin erfolgte Gehirnwäsche beschränkt.

Diese Beschränkung gilt es zu überwinden und für quasi jede Regel, die in Deinem Kopf existiert eine Neubewertung ihrer Gültigkeit zu erzielen. Es kann durchaus sein, dass Du am Ende dieses Prozesses die alte Regel beibehältst, aber dann hast Du Dich bewusst dafür entschieden und sie nicht einfach übernommen.

Aber waurm soll ich den grüßen ?

Eine der frühesten Hinterfragungen von Regeln, an die ich mich erinnern kann ist die folgende:
Mein Vater und ich begegneten einem Nachbarn. Ich mochte ihn nicht. Mein Vater grüßte ihn und ich – vielleicht 10 Jahre alt – nicht. Als mein Vater mich später darauf hinwies, dass man (ich) doch unsere Nachbarn grüßen müsse, entgegnete ich: „Aber warum ? – ich mag ihn nicht ….“

Die Antwort meines Vaters, weil es sich so gehöre, reicht mir bis heute nicht aus.

Typische Regeln, die zu hinterfragen sind:

  • Du sollst Vater und Mutter ehren !
    Warum bitteschön, wenn sie brutale Kackpratzen sind ?
    Warum überhaupt ehren – was kann ich dafür, dass ich da bin – das ist doch deren Schuld !
  • Du darfst nicht stehlen !
    Ach ja – und wenn ich ein armes Kriegsflüchtlingskind bin und seit Tagen nichts gegessen habe, weil ich weder Geld noch Eltern noch Heimat habe ?
  • Wenn man einmal zusammen ist, bleibt man zusammen !
    Und warum ? Was ist, wenn sich die Interessen der Partner verändern ? Wenn man sich plötzlich anödet oder schlimmeres ?
  • Sex hat man nur mit dem einen Partner / mit der einen Partnerin !
    Sagt wer ? Leute die Erfahrung mit Polygamie haben ? Männer, die Angst vor Sex haben ?
    Wenn diese Regel Allgemeingültigkeit besitzt, warum macht es dann Spaß, Sex mit anderen oder sogar gleichzeitig mit mehreren zu haben ?
  • Habe Respekt vor den Alten !
    Als Vertreter der in der Nachkriegsgeneration aufgewachsener Deutscher habe ich verständliche Zweifel daran, dass das, was unsere Großeltern im 3. Reich verbrochen haben, auch noch mit Ehrbezeugung beantwortet werden soll.
    Also: So einfach kriegt niemand meinen Respekt – den muss man sich schon erarbeiten….

Welche Regeln und allgemeine Wahrheiten sich auch immer in Deinem Kopf festgesetzt haben: Ich finde, nahezu jede einzelnte hat es verdient, von Dir hinterfragt zu werden und mit einer neuen Entscheidung belegt zu werden.

Es gibt für mich persönlich ein paar moralische Grenzen, die ich nicht überschreiten möchte, wenn es um die Neubewertung von allgemeingültigen Regeln und Wahrheiten geht:

  • Verstößt die Bewertung gegen den Grundsatz: „Behandle andere so, wie Du selbst behandelt werden möchtest“ ?
  • Handelt es sich um eine Ausnutzung einer Machtposition (Beispiel: Sex mit Schutzbefohlenen – auch wenn Lehrerin und Schüler Erwachsen sind, handelt es sich doch um ein unmoralisches Machtgefälle).
  • Stiftet es Nutzen, oder schadet es (der Welt im Großen, dem näheren Umfeld im Konkreten). Wenn es Schaden anrichtet – Vorsicht !
  • Dient die Grenze mir selbst, oder bediene ich damit nur die Wünsche von anderen ?

Grundsätzlich möchte ich mit meinem Handeln Gutes tun, oder das Bestehende zumindest nicht schlechter machen.

Eine meiner Yogalehrerinnen sagte immer: „Fragt Euch, wie würde die Liebe entscheiden !“.
Ich finde, das ist schon mal ein guter Ansatz.

Ich empfehle Dir, so oft wie möglich alle Regeln und Beschränkungen und soziale Konsense dahin gehend zu hinterfragen, ob sie für Dich persönlich unbedingt richtig sind. Wenn ja, kannst Du sie ja behalten, wenn nein, wirf sie auf den Müllhaufen Deiner Geschichte.

Warum (eigentlich) nicht ?

Eine weitere gute Möglichkeit, um mit unnötigen Beschränkungen durch „einfach übernommene Regeln“ aufzuräumen und mehr Vielfalt in Dein Leben zu lassen ist die einfache Frage:

Warum (eigentlich) nicht ?

Die Antwort auf die Frage kannst Du Dir nur selbst geben. Sorge bitte dafür, dass Du zu der Antwort auch wirklich stehen kannst. Wenn Dich an Deiner Dir selbst gegebenen Antwort noch etwas stört, gehe am besten nochmal einen Schritt zurück und suche nach einer für Dich passenderen Antwort.

Einige „Warum-eigentlich-nicht-Fragen“

  • Warum eigentlich nicht, heute mal pünktlich nach Hause gehen und nur so viele Stunden arbeiten, wie ich auch bezahlt kriege ?
  • Warum eigentlich nicht einfach los fahren – ans Meer – ich habe ja die Zeit und das Geld dazu ?
  • Warum eigentlich nicht, aufzuhören, immer mehr Geld nachzujagen ?
  • Warum eigentlich nicht, ein materiell einfacheres Leben führen und dafür mehr Freiheit zu haben das zu tun, was Dich viel mehr erfüllt ?
  • Warum eigentlich nicht, heute mal mit jemandem ins Bett gehen, auf den ich schon lange scharf bin ? (Vorausgesetzt: Sie/Er will das auch, natürlich).
  • u.s.w. u.s.w.

Unser Kopf ist rund, damit wir in alle Richtungen denken können

Ein wesentlicher Baustein für ein erfolgreiches, glückliches und erfülltes Leben und persönliche Entwicklung ist aus meiner Sicht eine grundsätzliche Offenheit für neue Impulse.

Dabei bedeutet Offenheit nicht, alles anzunehmen, was an Impulsen auf uns einschlägt , sondern vielmehr dafür offen zu sein, sich zuerst einmal mit dem Impuls zu beschäftigen und ihn dann erst abschließend zu bewerten und zu entscheiden ob Du ihn, oder Teile von ihm, übernehmen möchtest.

Ich empfehle Dir also, Dir in Deinem Leben möglichst viele unterschiedliche und gerne auch kontroverse Impulse zu unterschiedlichsten Themen zu sammeln und für Dich zu bewerten. Eine gute Möglichkeit dazu ist lesen; dabei es ist es egal, ob Du Fachbücher oder Romane liest – Impulse findest Du überall.



Löse Dich von der Idee der Höchstleistung

Es ist faszinierend zu sehen, welche Höchstleistungen manche Menschen erbringen können.

Ob es nun Hochleistungssportlert, Unternehmer, Künstler oder andere herausragende Menschen sind, die immer „höher, weiter, schneller und mehr“ laufen – sie üben einfach eine gewisse Faszination auf uns aus.

Das Problem dabei ist, dass sie zwar omnipräsent sind, aber eben nicht den Normalfall repräsentieren. Wäre es anders, würde die Gesellschaft nicht so viel über sie sprechen, schreiben und berichten.

Die andere Sache ist die einfache Wahrheit, dass man – um ein gutes Leben zu leben – nicht wirklich Höchstleistungen erbringen muss; faktisch reichen dafür sogar ganz einfache Leistungen.

Menschen, die permanent, oder immer wieder, Höchstleistungen erbringen, haben entweder einfach Spaß daran, in diesem oder jenem Bereich immer neue Herausforderungen anzunehmen, oder sie sind Getriebene, die glauben „es tun zu müssen“.

Aber – was hat das alles mit Dir zu tun ?

Wenn Du zu den ersteren gehörst und z.B. beim Bergsteigen, fotografieren, beim Malen oder Schreiben intrinsisch motiviert (von innen heraus) immer neue Gipfel erklimmen möchtest, ist alles fein. Solange es Dir genügt, Dir dabei selbst zu genügen, ist dagegen nichts einzuwenden.

Sobald Du es aber tust, weil Du das „Schulterklopfen“ und die Anerkennung anderer suchst, wird es kritisch – hier besteht die größte Gefahr, dass Dein Handeln eben nicht mehr einer intrinsischen Motivation gegenüber der Sache entspringt.

In der Welt von Social-Media scheint es nur noch erfolgreiche, materiell gut gestellte, schöne Menschen zu geben, die zudem noch über ein hohes Maß an Spiritualität verfügen und die Weisheit mit der großen Suppenkelle gelöffelt zu haben scheinen.

Bitte glaub mir: Ich weiß, was mi Photoshop alles möglich ist und – als gelernter und nicht untalentierter Verkäufer – weiß ich auch, welche Wirkung das „rechte Wort zur rechten Zeit“ bewirken kann.

Als ich in meiner Ausbildung zum Verkäufer einmal gegenüber meinem Chef sehr anerkennend über das teure Auto einer unserer Kunden sprach, antwortete dieser: „Das ist auch nur geleast“.

Diese Aussage liegt nun mehr als 30 Jahre zurück, stammt also aus einer Zeit, an der es noch nicht einmal das Internet gab, sie hat aber an Aktualität nichts verloren.

Vieles, was Du siehst ist „geleast“, wobei „geleast“ hier nur synonym für die Show steht, die gespielt wird.

Aber: Selbst wenn andere ihre dicken Autos bar gezahlt haben und ihre besondere Schönheit und ihr materieller, gesellschaftlicher und sonstiger Erfolg echt sind, bleibt die Frage:

Was hat das mit Dir zu tun ?

  • Bist Du wirklich der Mensch, dem körperliche Schmerzen nichts ausmachen, um den nächsten Gipfel zu erreichen ?
  • Bist Du der/diejenige, der seine Weltanschauung und seine Werte verwirft, nur um den nächsten Karriereschritt zu gehen ?
  • Bis Du der, der auf den Feierabend pfeift und seine Wochenenden opfert, um das Reiheneckhaus in der Metropole bezahlen zu können – mit Pool natürlich ?

Oder bist Du in Wirklichkeit die, der die so genannten Höchstleistungen im Grunde scheißegal sind und die glücklich ist, wenn sie mit ihrem Partner / Ihrer Parterin (oder mehr davon) im Sonnenuntergang am Meer einen einfachen Rotwein trinken kann ?

Mir persönlich ist es egal, was für Dich passt (es wird Dich vielleicht nich wundern, dass ich mich für den Rotwein entscheide), mir ist es aber wichtig, dass Du erkennst, für welche „Höchstleistung“ Du wirklich brennst, oder erkennst, dass Du gar keine brauchst.

Eines kann ich Dir versichern: Wenn Dir dieser Blick nach innen gelingt, und Du nicht mehr Höchstleisungen anderer als Deine eigenen Wünsche übernimmst, gewinnst Du ein großes Stück an Freiheit.



Definiere Deine eigenen Erfolgskriterien

Sehr gerne lassen uns andere wissen, was „echter Erfolg“ ist.

Alles, was nicht in das Standardmuster von Erfolg passt, reicht demnach nicht aus.

Meist ist die allgemeingültige Vorstellung von Erfolg mit materiellen Insignien des Erfolgs verknüpft: Autos, Häuser, der Kontostand, teure Kleidung u.s.w.

Aus Gründen der nun schon vielfach erwähnten „automatischen Übernahme“ von Vorstellungen im Rahmen unserer Sozialisierung, übernehmen wir auch nur allzu gerne allgemeingültige Vorstellungen von Erfolg, ohne ernsthaft zu hinterfragen, ob dies auch wirklich unserer ganz persönlichen, intrinischen Erfolgsvorstellungen sind.

Ich z.B. werte es als sehr großen Erfolg in meinem Leben die Freiheit zu haben, mit relativ wenigen festen Kundenterminen im Monat meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können und ausreichend viel Zeit zum Fotografieren von Landschaften und dem Reisen in meinem „Flatmobil“ zu haben.

Typische Erfolgskriterien vieler anderer Menschen, wie eine bestimmte Position in einem Unternehmen erlangt zu haben, oder ein besonders hohes Monatseinkommen zu haben, stellen für mich persönlich keine wichtigen Erfolgskriterien dar.

Morgens aufzuwachen und das tun zu können, wozu ich Lust habe, einen freien Geist zu besitzen, zu Themen Stellung nehmen zu können, ohne darauf achten zu müssen, wem ich „auf den Schlips trete“ oder ohne darauf achten zu müssen, ob meine Meinung mein Vorankommen behindert, ist für mich Erfolg – Lebenserfolg.

Ich sehe nicht besonders gut aus, bin sicher kein Frauentyp und nicht besonders sportlich (eher der Monopack als der Sixpack), aber ich hatte in den letzten Jahren mehr Sex mit interessanten Frauen, als die meisten anderen Männer, die ich kenne – einfach, weil ich ein sinnlich freizügiges Leben nach meiner Facon lebe.

So leben zu können wie ich will, mein Ding durchzuziehen und dabei morgens noch in den Spiegel schauen zu können, ohne mich für mich selbst zu schämen, das ist für mich wahrer Erfolg.

Mehr Geld zu haben würde vielleich bedeuten, dass ich im Detail das eine odere andere etwas anders mache, aber ich würde weiterhin reisen und fotografieren und ein sinnlich spannendes Leben führen.

Die Idee, dass mich eine dickere Uhr Am Handgelenk oder ein teures, schnelles Auto glücklicher machen würde, ist für mich persönlich völlig absurd.

Sicher bin ich mir aber, dass die meisten Menschen mich nicht als typischen Erfolgsmenschen sehen werden; mir fehlen die typischen (sichtbaren) Zeichen des Erfolgs…

Würde jemand meinen Glücks- und Zufriedenheitslevel messen, so würde er herausfinden, dass ich – wenn persönlicher Erfolg ein wesentlicher Baustein für Glück und Zufriedenheit ist – wohl sehr erfolgreich sein muss.

Das Geheimnis meines Glücks liegt vor allem darin, dass ich meine eigene Definition von Erfolg lebe und nicht einfach dem nachjage, was gemeinhin als Erfolg verstanden wird.

Diese Haltung ist ungemein entspannend für mich: Ich kann dieses Buch schreiben, ohne dass es ein Beststeller werden muss, ich kann fotografieren, ohne dass ich meine Bilder teuer verkaufen muss, ich kann die Klamotten tragen, die mir gefallen und muss mich nicht daran orientieren, was in einer bestimmten Branche „üblich“ oder „angemessen“ ist.

Da ich nicht arbeite, sondern mein Geld mit dem verdiene, was ich liebe, muss ich mir auch nicht vor anderen und für andere verbiegen, nach dem Motto: „Wes´ Brot ich ess, des Lied ich sing´“.

All das hängt zusammen damit, dass ich mir angewöhnt habe, nur nach meinen eigenen Erfolgskriterien zu leben.

Nun musst Du mein materiell eher spartanisches Leben ja nicht gut finden und übernehmen, was Du aber übernehmen kannst, ist die Idee der radikalen Selbstdefinition von Erfolg.

Definiere für jeden der wichtigsten Lebensbereiche einfach Deine eigenen Kriterien dafür, was Erfolg für DIch bedeutet, z.B. in den Lebensbereichen:

  • Partnerschaft / Ehe / Beziehungen
  • Familie
  • Materielles / Vermögen
  • Selbstwirksamkeit / Beruf
  • Spiritualität
  • Gesundheit & Fitness

Löse Dich zunächst von den Kriterien des Erfolgs, wie Du sie bisher gesehen hast. Breite sie vor Dir aus und frage Dich bei jedem einzelnen Kriterium: „Ist das wirklich meines ?“

Wenn ja kannst Du es ja behalten, wenn nein, ersetze es besser durch Dein eigenes Kriterium für Erfolg und richte Deine künftigen Anstrengungen danach aus.

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