Neptuns Laune

Landschaftsfoto Gischt des Meeres

Weißer Schaum peitscht mit aller Kraft an die zerklüfteten Felsen. So viel Wucht und so viel unkontrollierbares Chaos aus Wellen.

Ob hier wohl diese Nixen wohnen, die ich als Kind in Büchern fand? Keine glitzernden Flossen in Sicht!

Heute scheint Neptun jedenfalls keine allzu gute Laune zu haben. Die brödelnde, schäumende Gischt spricht Bände. Die Felsen, die den Bann brechen, sind vergleichbar mit Omas alter Lederhandtasche. Sie haben viel erlebt, viel ausgehalten und sind dennoch überlebensnotwendig.

Ausgewaschen, vom Steinen und Sand ausgemahlen. Furchig und derb.

Wie ein Schutzschild stehen diese Felswände vor der Landzunge. Wären sie nicht da, wäre das Land dann nicht da?

Man meint ja immer, Stein sei so ein kaltes, hartes Material. Umso verrückter find ich immer, dass Stein von Wasser, Wind, Sonne und Sand so malträtiert und gezeichnet werden kann.

Der Duft von nassem Stein und Salz hängt in der Luft, voll Feuchtigkeit getränkt.

Das Rauschen der See ist ein immer währendes Geräusch, was alles umgibt und alles einlädt, zuzuhören. Der Klang der Wellen hat was meditatives.

An solchen Klippen ruft das Meer nach Reisen, nach Fernweh und nach Abenteuern voller Seeungeheuer und Fässern voll Rum. Vielleicht bräuchten wir alle ein bisschen mehr Meer.

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