Morgenstimmung

Landschaftsfoto schwarzweiß - Morgenstimmung

Wälder sind mystisch. Vor allem früh morgens, wenn der Specht noch schläft und die Kinder der Nacht sich zur Ruhe begeben – wenn im Unterholz kein Laut zu vernehmen ist und der eigene Atem sich in kleinen Wolken mit dem Nebel vereinen möchte.

Wäre dies ein Märchen, würden nun Hexen auf ihren Besen durch die Wipfel der Bäume flitzen, schnell, bevor die Sonne über den Tag hereinbricht, die müden Beine vom Tanz auf dem Berg in Ringelsocken gehüllt, der Rücken gebeugt, damit die Katze gut darauf sitzen kann.

Der Nebel verhüllt sie wie ein seidiger Mantel, schützt vor möglichen Blicken auf die unwirkliche Erscheinung auf dem fliegende Besen. Irgendwo darüber kreisen still die Raben.

Das lodernde Feuer der Nacht längst erloschen. Die geflickten Schuhe erzählen von langen Nächten.

Aber dies ist keine Märchen. Dies ist ein ganz normaler Morgen im Van – mit dampfendem Kaffee aus der Van-Küche. Die frischeste Frischluft inmitten der Natur verleiht dem verschlafenen Kopf neue Energie. Die aufsteigende Feuchtigkeit hinterlässt ein klammes Gefühl in den Kleidern und Gliedern. Ein wenig Gänsehaut inklusive. Die Sonne, die durch die Bäume hindurch blinzelt verheißt gutes für den neuen Tag.

Die letzte Hexe hat ihren Weg durch die Wipfel hindurch gefunden. Weit entfernt faucht die Katze.

Der erste Kuckuck ruft. Der Specht kommt gleich zum Dienst. Der Kauz schläft. Die Waldmaus auch.

Aufbruchstimmung.

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