Zombieholz. Tot und lebendig

Baumstamm mit Moos und Blättern

Lebendig tot

Holz. Kostbarer Rohstoff, seit Jahrmillionen Lebensraum und seit Jahrtausenden vom Mensch genutztes Bau- und Heizmaterial.

Langsam stetig rottet dieser Stamm vor sich hin. Totes ungenutztes Holz ist kostbarer Nährstoff. Das weiche, feingliedriges Moos bewuchert kleine Spalten und Ritzen im Holz. Es sprengt die Fasern und Strukturen auf, machte dadurch Platz für neues, was dort siedeln möchte.

Die abblätternde Rinde gibt konstant Nährstoffe an die umliegende Erde ab. Zerfallende Strukturen aus dem Holz lockern die obersten Bodenschichten. Schutzräume für allerlei Krabbel- und Kriechtiere entstehen. Sichtbare und unsichtbare Pilze wachsen und ähnlich wie das Moos und lockern auch die Fasern im toten Material. Feuchtigkeit und Witterung verändern und beeinflussen den Zerfall. Dieses tote Holz ist also gar nicht so tot, wie es scheint.

Zombieholz, quasi.

Irgendwann weicht das Holz auf, saugt sich voll wie ein Schwamm. Das immerfeuchte Holz ist der perfekte Nährboden für alle möglichen Mikroorganismen, die wiederum auch den Zerfall beschleunigen. Anderes totes Material gesellt sich dazu. Herunterfallende Blätter, absterbende Fragmente von Moos und Mycel. Hinterlassenschaften von Insekten und anderen Tieren. Weiterer Nährboden für die, die es verbrauchen. Irgendwann ist von dem Stamm nur noch weicher, duftender Waldboden übrig.

Einige Pflanzen sind weiter gezogen- einige bleiben. Die Waldbodenpolizei krabbelt weiter im Dienst. Neues Leben wurzelt im frischen Waldboden.

Kostbar, so ein Stück Zombieholz.

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