Eisdekor

Eiszapfenfromation

Eiszapfen, geformt wie Dekorspitze an Omas Christbaum. Die Natur zaubert Formen, die wir schon kennen. Es wiederholt sich. Immer und immer wieder. Jeder abtauende Tropfen formt und verformt die runde Spitze dieser Kunstwerke. Heute so und morgen anders. Abtauen und fest frieren.

Ein ständig wechselndes Spiel mit Wasser und Luft. Der fluffige Schnee schafft es nicht, die glatte Fläche der Zapfen flächig zu bedecken. Zu rutschig, zu rund. Schwer hängt das Eis am dünnen Zweig, der vollständig von seinem frostigen Mantel eingemauert ist. Jeder weitere Tropfen zieht den Ast noch näher Richtung des fließenden Gewässers. In der Oberfläche spiegelt sich das Eis.

Vereinzelt könnten die Eiszapfen auch Korken aus Glas sein, die darauf warten, diesen Winter in Flaschen abzufüllen. Die kalte Luft, der Duft von frischem Schnee. Die Reinheit und Kargkeit des Winters – und die Stille.

Gesichert bis zum ersten Sonnenstrahl, der die Plusgrade bringt. Der Flaschengeist des Winters lässt sich eben nicht ewig bändigen, auch nicht mit einem Eiskorken.

Irgendwann werden die Zapfen sich tropfenweise im fließenden Wasser verlieren. Werden stromabwärts bis zum Meer fließen. werden wärmer und wärmer werden – und wer weiß, am anderen Ende der Welt wieder als Regen die nächste Saison erleben, oder hier? Die Idee lässt die Melancholie über die Vergänglichkeit dieser Schönheit jedenfalls ein wenig schwinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden

Diese Website verwendet wenige Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung dieser Website stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung