In Öl

orange Herbstszene Ölgemälde-groß

Die Natur ist der erfolgreichste Künstler. Jeden Tag aufs Neue erschafft er Formen und Farben, für die Mensch Jahre des Lernens bräuchte.

Hier ein bisschen mehr rot, dort ein Spritzer mehr gelb, da noch etwas mehr grün, ach vielleicht noch ein bisschen mehr. Das Farbspiel spielt sie jeden Tag. 365 Tage im Jahr. Seit Millionen von Jahren. Jedes noch so erdenkliche Spektrum.

Im Herbst sehen wir, wie besonders kunstvoll Erdtöne harmonisch abgestimmt werden können. Im Winter erleben wir den Kontrast aus schneeweiß, matschbraun und nebelgrau.

Im Frühjahr widmet sich die Natur dem grasgrün, quietschgelb und kirschblütenrosa, folgt doch darauf schon das mohnrot und kornblumenblau.

Der goldene Herbst bereitet also auch uns farblich auf den tristeren Winter vor, dirigiert uns in die besinnliche Jahreszeit, zwingt uns durch die frühe Dunkelheit zur inneren Einkehr und Ruhe.

Während draußen der kalte Wind die satten rot-und gelb-Töne von den Bäumen fegt und uns die Nasenspitzen frieren, sehnen wir uns nach Kamin-knistern und Früchtepunsch, eingehüllt in Wolldecke und die Stricksocken vom Oma. Draußen malt der Künstler unbeirrt seine Bilder.

So, als würde er die Welt in Öl tauchen.

Die Welt wandelt sich und wir dürfen zuschauen, so als würden viele Regentropfen an der Fensterscheibe Mandalas malen – so malt der Herbst seine Blätter, seine kahlen Bäume und seine Stoppelfelder.

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