Eiskaltes Händchen

Eisfinder an Wurzel

Sich wiederholende Formen – immer und immer wieder. Äste, die ihre Arme ausstrecken, als würden sie jemanden liebevoll umarmen wollen. Bäume, die aussehen, wie dicke oder dünne Menschen. Formen, die an tanzende Füße oder Yoga-Übungen erinnern.

Diese eiskalten Händchen wirken, als wollten sie auf einem unsichtbaren Klavier spielen. Mit den Fingern auf imaginären Tasten gleiten, virtuos nach der Taste suchend.

Eine Melodie finden, die dem kalten Wetter angemessen erscheint. Die den Tiefschlaf des Winters nicht aufweckt, sondern beruhigend weiter im Tiefschlaf schaukelt.

Der Klang des Winters, wie er wohl sein mag? Wie würde sich ein Klavierstück gespielt von diesen Händen anhören?

Das eiskalte Händchen greift jedoch ins leere. Starr. Still.

Vielleicht wartet es auf das Frühjahr, wenn es zu einem plätschernden Rinnsal werden kann, und dort singend und klingend sich einen großen Strom sucht. Im Orchester spielt es sich eben anders.

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