Das Universum in einem Samenkorn

schweinsnasige Pusteblune

Eine kaum sichtbare Fluse macht sich auf die lange Reise, fliegt und fliegt meterweise, kaum wahrnehmbar für uns – und doch, für sie ist es, als würde sich das Universum nach ihr ausrichten.

Diese kleine Samenkorn – Fluse kämpft wie eine wilde Tarantel. Verheddert sich in Sträuchern, wo sie keinen Boden fassen kann um dort zu wachsen. Strauchelt über Pfützen hinweg und überwindet Bachläufe. Tanzt und taumelt trunken vor Geschwindigkeit über Berge und Hügel. Lässt sich vom Wind treiben und vom Sturm verwehen, bis sie eines schönen Spätsommertages – zack! ….Auf der Erde liegen bleibt. Dort, in aller Seelen Ruhe, transformiert das kleine Samenkorn sein großes Universum.

Der feuchten, saftigen Erde präsentiert sie alles, was sie von Haus aus mitbekommen hat. In der Winzigkeit ihres Daseins breitet sie ihr Erbgut aus, wurzelt tief und weit. Erschafft den Zweig, die gezackten Blätter. Ihren klebrig-weißen, bitteren Saft. verschiebt dabei Asphalt und wenn nötig ist, auch Stein um am Ende ihren fröhlich-gelben Kopf der Sonne entgegen zu strecken mit der frechen Ansage: Da bin ich, und du wirst mich nimmer los. Ätsch!

Das Gesicht des verzweifelten Gärtners, der verdrossen auf den mit Löwenzahn – asphaltierten Gehweg schaut, kann über dieses Universum nur müde lächeln. Während die kleinen fliegenden Fussel – Samen im Nachbargarten sich breit grinsend wieder auf die Reise machen. Das ganze Universum im Gepäck. Der nächste Windstoß – und hui, die wilde Fahrt beginnt. Wäre ja wohl gelacht, wenn sie es nicht schaffen, die Weltherrschaft an sich zu reißen…

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