Ein Plädoyer für mehr Flohmarkt

Die Skurrilitäten des Lebens, du kannst sie überall finden, sofern deine Antennen auf Empfang sind. Der Blick hinter so manch kleine, unscheinbare Ladentür verrät die ungewöhnlichsten Krämereien.

Ein Sammelsurium aus menschlichen Hinterlassenschaften türmt sich wie wie der Porzelanberg eines Tellerwäschers kurz vor der Million.

Steh-rum`sels, liebgewonnenes, verhasstes, vererbtes, geerbtes, verschenktes, verkauftes, gefundenes – So viele nahezu unendliche Herkunftsorte vereinen sich in einem Antiquariat wie diesem.

Stundenlanges stöbern zwischen staubigen Büchern, Mottenfraß-Deckchen und der unverkennbare Geruch von Tante Ernas Kölsch Wasser vermischen sich mit abgestandenem Kaffee, Druckerschwärze und Menschen. Die überfüllt gestopften Regale, unübersichtlich und meist mit fehlender Struktur befüllt, lassen dich schnell deine Zeit vergessen, die du mit stöbern, anlangen und rumblättern zubringst. Die muffige Luft steht dir wie Pudding vor der Nase. Über deine Hände legt sich eine Patina aus Staub. Im fahlen Licht musst Du angestrengt die Augen zusammen kneifen, während du durch Buchseiten und Postkarten blätterst.

Zwischen den Skurriitäten stehen echte Schätze, die Mensch mit Begeisterung wahrnimmt. Kindheitserinnerungen werden wach. Im Kopf beginnen Ritterrüstungen zu klappern. Oder ist es das Porzellan der Uroma? Jedenfalls tanzen die Erinnerungen Polka.

Mit staubig-grauen Händen verlässt du den Laden. Den Kopf voller Inspiration, die man selten umsetzt (schon gar nicht vor der nächsten Sanierung). Im Rucksack türmt sich der Plunder. Ein Stückchen Glückseeligkeit in Form von alten Postkarten, Tassen und Häkeldeckchen. Beim nächsten Flohmarkt wandert die Hälfte davon bestimmt wieder zurück in andere Taschen. Der ewige Kreislauf, oder das Schicksal alter Dinge, beginnt von vorn. Wieder wird dein Rucksack mit Plunder und dein Herz mit Gückseeligkeit gefüllt sein.

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