Rapunzelbaum

Schwer hängen die Äste bis zum Boden herab. Viele hunderte Ast-Zöpfe, satt begrünt. Vor Kraft strotzend präsentiert sich die Weide mit allem, was sie bieten kann.

Ein paar Minuten geschützt im Schatten ihrer Äste pausieren. Den leisen rauschen der Zweige lauschen. sich dem rascheln der Blätter hingeben. Wie Walgesang – nur eben für Landratten. Der meditative Klang, wenn der Wind durch die Blätter streicht, als wolle er auf den Ästen wie auf einer Harfe spielen. Die Kühle unter dem Schutz des Baumes genießen, während die Sonne fleißig ihrer Arbeit nachgeht.

Nachdenklich wiegen sich die vielen Äste im seichten Wind, als wollten sie den Schmerz der Welt betrauern. Vielleicht nennt man sie deswegen Trauerweide. Kleine, trockene Blätter lösen sich und lassen sich davon tragen, wie Tränen. Dramatisch rauscht das Blattwerk, bis es wieder, Ermangelung eines Luftstoßes, zum Stillstand kommt.

Der dicke Stamm wirkt verglichen zu den ausladenden Äste schon fast gebrechlich.Fest verwurzlt strotzt er den Jahreszeiten, auch unter der Last auf seinem Schopf

Rapunzel wäre neidisch! Da bin ich sicher. Rapunzel wäre neidisch.

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