Der verwunschene Garten

Es begab sich zu einer Zeit, da war Das Tor zu jenem Garten fein zurecht gestutzt und lachsfarbene Trompeten wuchsen an dem Busch. Viel rankte entlang der Gitterstäbe und betörte alle Besucher mit einem lieblichen Duft. Der größte Teil jedoch blieb hinter der steinernen Mauer verbogen. Die Kostbarkeit dieser Blüten wurde auch von allen Besuchern mit kleinen und großen Flügeln geschätzt, weshalb die gepflegte Hecke niemals alleine war.

Die Zeit verging und der Gärtner, der sich sonst so wertschätzend und liebevoll um den Garten kümmerte, wurde alt und älter. So begann die Hecke, zunehmend die Sicht auf den Zaubergarten zu versperren, in dem viele Jahre rauschende Feste gefeiert wurden und wo so viele Menschen zusammen kamen um miteinander Zeit zu verbringen.

Mit der Zeit gesellten sich weitere Pflanzen zu der Hecke. Bald ist in dem rostigen Tor nur noch ein kleines Fenster, was den Blick in den verwunschenen Garten preisgibt. Der kurze Rasen erzählt davon, dass ihn noch Menschen pflegen. Die wilde Hecke darf nun ein Eigenleben führen – so ist das doch immer in Geschichten, die ein gutes Ende nehmen? Welche Geschichten ihr Frau Amsel und Herr Sperber wohl zwitschern, wenn sie sich im Dickicht verstecken? Streift ein Windhauch durch das luftige Blattwerk, wiegen sich die Trompeten wie im Orchester rhythmisch in Wellen zum Wind.

Wie schade, dass wir sie nicht hören können.

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