Straßenfoto-Trip nach Palermo

Straßenfoto Palermo

Im Mai 2018, kurz nach meinem 50. Geburtstag wollten wir mit dem Van bis nach Palermo fahren.

Leider kam mir eine Nierenkolik dazwischen und so kehrten wir kurz vor Rom um.

Als wir nun einen Städte-Kurztrip planten, fiel uns das 2018er Vorhaben wieder ein und wir buchten kurzerhand 5 Tage Palermo – Hotel mitten in der Stadt – und rein ins Leben.

23mm Brennweite und 60 km zu Fuß

Wie es der Zufall so will, fand ich zwei Tage vor unserem Abflug eine kleine APS-C Sucherkamera, die ich schon lange haben wollte, zu einem so günstigen Preis, dass ich gar nicht mehr anders konnte, als sie zu kaufen.

Ich packte die „Neue“ also zu meinem großen Besteck dazu, das ich auf Reisen immer dabei habe (WW-Zoom, Telezoom, Kamera…) und erwischte mich dabei, dass ich rund 90% der Straßenfotos in Palermo nur mit dieser kleinen, knuffeligen Sucherkamera schoss.

Ich fühlte mich wie Bresson und Doisneau in einer Person (oder so ähnlich)…
OK – Bresson fotografierte ja immer nur mit 50mm auf seiner Leica und ich hatte die klassische 35mm Brennweite, bezogen auf KB – aber trotzdem fühlte ich mich nahe an den beiden Straßenfoto-Ikonen…

Insgesamt waren wir rund 60 km zu Fuß unterwegs und ich bin sicher, dass wir so ziemlich jede Ecke in Palermo gesehen haben.

Palermo ist dreckig, stinkig, dilettantisch, asozial und ein Eldorado für Straßenfotografen

Es gibt gar nichts zu romantisieren oder groß darum herum zu reden: Palermo ist die dreckigste Stadt, in der ich je war.

Überall liegen Berge von Müll in den Straßen, es stehen allerorten schrottreife Autos, Gebäude und Wasweichichnochse herum.

Alle motorisierten Verkehrsteilnehmer verhalten sich asozial und rücksichtslos gegenüber Fußgängern, parken Zebrastreißen komplett zu und schneiden Dich in der Fußgängerzone.

So eine Kultur des Miteinanders empfinde ich als sehr unangenehm.

Vieles, was man in Palermo sieht – Marktstände, Läden, Häuser, Autos – ist irgendwie „zusammengefrickelt“, wie der Hesse sagt, auf Hochdeutsch: Improvisiert und dilettantisch ausgeführt.

Palermo ist nicht schön – Palermo ist interessant !

Palermo ist keine Stadt, in die ich ein 2. Mal müsste, aber sie war eine Reise für 5 Tage wert – zumindest als Straßenfotograf.

Ein großes Theater…

Ein Gastrom (bei dem es eine sehr leckere Pizza gibt), drückte es mir gegenüber so aus:

„Palermo ist wie ein großes Theater. Alles kann passieren. Du gehst durch die Stadt, siehst etwas und denkst: „Warum ?“.

Er meint wohl so etwas wie diesen Luftwurzelbaum, in dem – einfach so – ein Stuhl drin hängt… und man fragt sich: „Wieso ?“.

Straßenfoto Palermo

Verhungern impossible

In Palermo kann Dir vermutlich so alles passieren – nur verhungern gehört nicht dazu.

Noch nie ist mir in einer Stadt eine derartige Dichte an Streetfood begegnet: Überall wimmelt es von Marktständen und Geschäften, die für jeden Hunger irgendwas bereit halten.

Also kochen können die Palmerinis – zumindest nach meiner Meinung 🙂

Und wer sich nicht von den lieblos platzierten Plastikstühlen und Plastiktischen und dem hektischen Gewusel in den Märkten abschrecken lässt, kann hier wirklich positiv überrascht werden….

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