Fotografien und Eindrücke aus Antalya und Umgebung
Ende März 2025 war ich eine Woche lang in Antalya und seiner näheren Umgebung unterwegs.
Zunächst hatte ich einen Städtetrip nach Sevilla geplant, mich dann aber wegen einiger Reiseberichte und dem unschlagbar günstigen Angebot von nur EUR 426,00 inkl. Flug, Transfer, Frühstück und einem alten Hotel mitten in der Altstadt von Antalya umstimmen lassen.
Lies hier nach, wie ich Antalya finde, welche Empfehlungen ich abgeben kann und wovor ich bei einer Reise nach Antalya warnen möchte.

In der Fotogalerie findest Du viele dekorative Wandbilder mit Motiven aus Antalya & Umgebung. Klick aufs Bild um zur Galerie zu gelangen.
Meine Touren in Antalya und Umgebung
Antalya „hält“ einen etwas fest. Es ist nur mit etwas Aufwand möglich, aus der Stadt hinaus ins Grüne zu gelangen, da die Stadt insgesamt recht weit ausgedehnt ist.
Man hat also überwiegend die Möglichkeit, in der Stadt selbst zu bleiben, oder mit einem Aufwand von 1-2 Stunden Fahrt per PkW oder Öffis etwas anderes zu sehen, als reges Stadtleben in all seinen Facetten – von Straßenhändlern bis zum quirligen Autoverkehr.
Ich habe mich daher auf insgesamt nur 2 Ausflüge „ins Grüne“ beschränkt, wobei eigentlich nur einer davon wirklich „ins Grüne“ war, nämlich zur Adlerschlucht im Taurus Gebirge.
Meine wichtisten Stationen einer Woche Antalya
- Die Altstadt von Antalya (Kaleici)
- Die oberen Düden Wasserfälle
- Antike Stadt Perge
- Taurus Gebirge (antike Stadt Selge, Paulusbrücke & Adlerschlucht)
- Konyaalti Strand
Antalyas Altstadt Keleici
Mir persönlich gefällt die Altstadt von Antalya sehr gut. Sie ist geprägt von verkehrsberuhigten Gassen und Straßen, in denen es unzählige Restaurants, Hotels und Cafes gibt, sowie Händler:innen, die ihre Waren in ihren kleinen Läden und auf der Straße verkaufen.

So wenig, wie alles Gold ist, was glänzt, so wenig ist alles, was einem hier angeboten wird „traditionell türkisch“, aber das wird wohl auch niemand bei einer klassichen Touristenstadt erwarten.
Ich persönlich finde die bunte Vielfalt sehr schön, was sicher auch meinem fotografischen Auge geschuldet ist, denn an mehr oder weniger jeder Straßenecke bietet sich irgendein lohendes Motiv an.
Die Altstadt von Antalya beginnt am Hadrianstor und endet oberhalb des alten Hafens von Antalya, der aber irgendwie auch noch dazu gehört, obwohl er schon ein gewisses „Eigenleben“ hat.
Vom alten Hafen Antalyas starten z.b. Ausflugsschiffe zum berühmten Düden-Wasserfall, der sich ins Meer ergießt, aber auch Fahrten nach Kemer und in andere Städte an der türkischen Riviera.
Ich finde, es macht aber auch einfach Spaß dort zu sitzen und dem regen Treiben zuzusschauen…
Für 20,00 EUR kann man eine Rundfahrt buchen, die u.a. zu den Wasserfällen führt. Dort hält das Boot dann an, bis alle ihre „Insta-Bilder“ mit Wasserfall geschossen haben und kommt nach rund 2 Stunden wieder am Hafen an.
Leider wird das schöne Panorama mit dem ins Meer stürzenden Wasserfall durch einige hässliche Hochhäuser getrübt, weswegen ich zum Wasserfall sagen muss: „Heute habe ich leider kein Foto für Dich.“
Aus meiner Sicht sind die 20,00 EUR kein rausgeschmissenes Geld, aber eine völlige Offenbarung ist der Trip auch nicht.
Die oberen Düden Wasserfälle
Am Rande von Antalya befindet sich ein kleiner Park, der rund um die oberen Düden Wasserfälle angelegt wurde.

Eigentlich wollte ich die rund 10km zu Fuß dorthin marschieren, habe aber etwas unterschätzt, wie wenig grün der Weg dorthin ist; auf der Karte sah das grüner aus…
Nach ca. 5 km Fußmarsch durch den wirklich nicht ansehnlichen äußeren Stadtring Antalyas habe ich mich dann für eine Weiterfahrt mit dem Taxi entschieden. Dies allerdings zu einem erfreulich günstigen Preis, den ich zur Sicherheit vorher erfragt habe.
Dennoch: Auf dem (Fuß)weg zu den oberen Düden Wasserfällen kann man wohl „das echte Antalya“ sehen, außerhalb der Altstadt, die natürlich schon sehr stark touristisch geprägt ist.


Für mich, als Straßenfotografen, gibt es auch immer in weniger schönen Ecken einer Stadt etwas zu entdecken, und so habe ich auch aus der Peripherie Antalyas ein paar nette Impressionen mitgebracht.
Die Düden Wasserfälle selbst sind wirklich hübsch und da ich darauf vorbereitet war, habe ich auch einige Langzeitaufnahmen der oberen Düden Wasserfälle geschossen.
Dafür habe ich gerne mein Stativ und ein Filterset durch die Stadt getragen…
Zurück in die Altstadt geht es mit einem Linienbus, der für deutsche Verhältnisse geschenkt ist: 33 TYL, also so ca. 0,80 EUR kostet die rund 10 km lange Fahrt nur und man bekommt das Gefühl, am Set des Drehs von „Fast & Furious“ dabei zu sein kostenlos dazu.
Die antike Stadt Perge in Acsu
Mein nächster Ausflug ging in die antike Stadt Perge. Dies erreicht man sehr einfach und komfortabel mit der Straßenbahn in Richtung Expo-Gelände. Auch hier wieder der unschlagbar günstige Preis von rund 33 ct., inkl. Umgehung der Staus in den Straßen. Die Straßenbahn fährt an einigen Haltestellen am Rande der Altsadt ab. Da es nur einen Ticketpreis gibt, der je Fahrt gilt, kann man einfach seine Kreditkarte am Eingang vor den Kartenleser halten, und hat damit ein Ticket gelöst.

Vom Bahnhof Acsu aus kommt man nach ca. 15 Minuten Fußmarsch in Perge an und kann dann stundenlang durch die Ruinen der sehr weitläufigen antiken Stadt streifen.
Ich finde diese Anlage unbedingt sehenswert und die 11,00 EUR Eintritt / Person auch wert.
Taurus Gebirge mit Selge, Paulusbrücke und Adlerschlucht
Diese Tour wurde mir von meinem Reiseveranstalter für 65,00 EUR angeboten und war jeden Cent davon wert.
Sie bestand aus der Fahrt mit dem Kleinbus (ca. 1,5 Stunden) ins Taurus Gebirge, mit Halt an einigen Hotspots, einem türkischen Büfet am Fluß zur Mittagszeit, dem Besuch der antiken Stadt Selge und einer Fahrt mit Off-Road Fahrzeugen zur Adlerschlucht.

Für das Gesamtangebot hätte ich nicht besser selbst ein Auto gemietet und die Tour gemacht; ich hätte wohl das meiste übersehen und dennoch nichts gespart am Ende.
Wenn Dir eine solche Tour angeboten wird, ist meine Empfehlung, sie durchuführen.
Das einzige, das mich an dieser Tour gestört hat – allerdings massiv – waren die wirklich aufdringlichen Frauen, die uns wie Wegelagerer in Selge umzingelten um uns ihren handgemachten Plunder zu verkaufen – Strickpüppchen, Plastikketten etc.
Dass mich niemand falsch versteht: Ich bin der letzte, der etwas dagegen hat, ein seriöses Geschäft zu machen, aber hier war die Grenze zur nervigen Aufdringlichkeit weit überschritten.
Ich hatte das Gefühl, inmitten einer schnatternden Heuschreckenplage zu stehen, die nicht das geringste Gespür für ein ehrlich gemeintes „Nein“ hat.
Meinen Reiseführer darauf angesprochen, ob das tatsächlich Teil der türkischen Mentalität sei sagte er mir glaubhaft: „Nein, das ist nicht die türkische Kultur. Diese Frauen sind verdorben von der Gier, jedem der zehntausenden Touristen, die jedes Jahr hierher kommen, das Geld aus den Taschen zu ziehen“.
Er bestärkte mich darin, richtig gehandelt zu haben, ihren mitleidigen Blicken nicht nachzugeben und nicht von ihrem Plunder zu kaufen.
„Das sind einfach gute Schauspielerinnen, sonst nichts“, fügte er hinzu.
Aber selbst mit diesem Spoiler ist der Besuch der antiken Stadt Selge wirklich lohnenswert.
Zu den weiteren Hotspots der Tour gehören die Paulus Brücke, über die schon der Apostel Paulus gegangen sein soll und natürlich die Adlerschlucht, mit ihren fast 500 Metern Höhe.
Für Adrenalin Junkies sei hier die Zipline erwähnt, für die man am Eingang zur Schlucht auch eine fahrt buchen kann.
Der Konyaalti Strand
Von der Stadtmitte von Antalya aus ist kein Badestrand fußläufig erreichbar.
Es gibt zwar am Rande der Altstadt, wo das Mittelmeer beginnt, einige Badebuchten in den Felsen, aber einen Sand- oder Kiesstrand sucht man hier vergebens.

Dafür lädt der Strand von Konyaalti auf rund 10 km feinstem Kiesstrand zum Baden, rumliegen und prominieren ein.
Diesen Strand finde ich wirklich nett gemacht: Auf einem sehr breiten Streifen neben einer schwach befahrenen Straße befindet sich eine Parkanlage mit Grünanlagen, Sitzbänken und unzähligen Restaurants und Bars entlang des Kiesstrandes.
Solange Du also Geld dabei hast – oder eine Kreditkarte – sind verdursten und verhungen hier sehr schwierig, neben Deinem Strandbad.
Ich bin kein Nightlifer, aber ich habe mir sagen, lassen, dass hier in der Saison „der Bär tanzt“ und die Nacht nicht zu früh zu Ende geht.
Wenn ich schon zum Strand gehe, nehme ich natürlich auch eine Badehose mit und benutze sie auch… bei gefühlten 15 Grad Wassertemperatur Ende März war ich aber doch länger auf dem Badetuch, als im Wasser.
Den Konyaalti Strand erreichst Du mit der historischen (roten) Straßenbahn von der Altstadt aus, wieder für die rund 80 ct. . Fahre einfach bis zu Endstation und laufe, solange Du willst am Wasser entlang.
Was mir an Antalya gefällt, was mich nervt und wovor ich warnen möchte
Was mir an Antalya gefällt
Gastfreundschaft
Bereits 2014, auf meiner ersten Türkeireise nach Alanya, ist mir die freundliche Gastlichkeit in den Restaurants und Cafes aufgefallen.
Man hat wirklich das Gefühl, die Leute reißen sich ein Bein für einen aus, wenn man erst einmal ihr Gast ist, sprich: Im Restaurant sitzt.
Das ist in Antalya im Jahr 2025 genauso, wie 2014.
Unkompliziertheit
Zudem gefällt mir, dass vieles so unkompliziert scheint: Irgendwo hat immer gerade jemand seinen mobilen Stand aufgebaut und bietet irgend etwas an: Einen Tee, ein paar Muscheln mit Reis und Zitronen und vieles mehr.
Sauberkeit
Die Altstadt ist auffallend sauber – ganz im Gegenteil zu Palermo, wo man manchmal wie ein Storch zwischen Scheißhaufen und Müll durchwaten muss.
Straßenverkehr
Der Straßenverkehr ist zwar lebhaft, aber – auch hier im Vergleich zu Palermo – nicht so asozial, dass ich ständig um mein Leben gefürchtet hätte…
Hunde & Katzen
Hunde und Katzen gehören in Antalya zum Stadtbild mit dazu.
Egal wo Du gehst, stehst oder sitzt: Irgendwo ist immer eine der Straßenkatzen- und Hunde in der Nähe.
Die Restaurantmitarbeiter stellen ihnen Essen und Trinken hin und es stört sich auch niemand an ihrer Anwesenheit, wenn sie im Innenhof eines Hotels herumliegen…




Was mir an Antalya nicht gefällt
Touristen abziehen & nerven
Entgegen meiner Art, habe ich mir ab der Mitte meines Tripps angewöhnt, jedes Mal wenn ich ins Restaurant oder Cafe gegangen bin, sehr genau nach dem Preis zu fragen.
Auch ich bin lernfähig!
Nicht selten habe ich zuvor irgendwo „unbedarft“ einen Tee bestellt, den es normalerweise überall für 50 ct. bis 1,50 EUR gibt und 1-2 Backlava, um dann „plötzlich“ mit einer Rechnung von 10,00 EUR oder mehr dazustehen.
Das wäre selbst in Deutschland zu teuer!
Ebenso erging es mir mir 2x im Restaurant, wo ich bis heute Schwierigkeiten habe, den Endpreis, den ich gezahlt habe, von den „gemerkten“ Preisen abzuleiten, die ich auf der Speisekarte gesehen hatte – und ich kann ganz gut mit Zahlen umgehen.
Kurzum: Ich habe das Gefühl, dass auch hier die Gier so manch einen Gastronomen, Cafehausbetreiber und andere Händler vollständig eingenommen hat und „nette“ und „unkomplizierte“ Touristen einfach ausgenommen werden…
Was mich persönlich zudem stört ist, dass man quasi nicht eine Sekunde lang eine Preistafel vor einem Restaurant oder eine Auslage an einem Verkaufsstand anschauen kann, ohne dass sofort jemand auf einen zugesprungen kommt um einem wortstark die Speisenkarte vorzulesen und zu bedrängen, genau dieses Restaurant oder den Laden jetzt zu besuchen.
Introvertierte Menschen, wie ich, machen sich eben gerne mal zuerst selbst ein Bild der Lage…
Auch in diesem Punkt bin ich der Meinung, dass das nichts mit der türkischen Seele zu tun hat, sondern einfach nur mit der Gier, jedem Touri, der vorbei läuft, irgendwas aufs Auge zu drücken, bevor es der Nachbar schafft.
Ständig ins Handy quatschen
Auch so eine Sache, die mir furchtbar auf die Nüsse geht, ist die Unart, ständig zu telefonieren: Der Busfahrer telefoniert und lenkt den Bus einhändig durchs Taurusgebirge (und das, obwohl man überall gefälschte Ipods & Co. kaufen kann).
An der Kasse weißt Du nicht, ob der Verkäufer gerade mit Dir spricht, oder ob der letzte Ausruf noch seinem Gesprächspartner am Telefon galt, denn klar: Telefoniert werden muss immer – immer – einfach immer.
Es würde mich nicht wundern, wenn der Chirurg, während er Dir das Sternum wieder zusammen baut, nebenbei noch das Handy zwischen Ohr und Schulter einklemmt und mit irgendwem über irgendwas palavert.
Gefälschte Markenware ohne Ende
Eine Sache finde ich absolut gruselig – und zwar als Tourist, wie auch als geschäftstüchtige Krämerseele:
Die Türkei „kann Baumwolle“ – ehrlich: Die können Baumwolle produzieren und verarbeiten, wie kaum ein anderes Land in Europa… und was machen sie damit: Markenware fälschen! Du bekommst überall T-Shirts und andere Klamotten mit den größten Markennamen dieser Welt – immer sehr prominent aufs Shirt gefrickelt…
Laden an Laden, Marktstand an Marktstand, aber keiner kommt auf die Idee, diese schönen und teils wirklich guten Materialien mal mit etwas anderem zu branden: Mit Motiven lokaler Künstler z.B. oder mit kreativen Motiven mit Antalya-Bezug, oder einfach nur schwarz, weiß und farbig…
Nein: Überall springt Dir gefälschte Markenware entgegen und schreit Dich an…
Schade um die türkische Identität, finde ich.
Kann ich eine Reise nach Antalya empfehlen?
Hier kommt ein herzhaftes „Jein“.
Wer Lust hat, mal eine Woche lang in Restaurants & Bars abzuhängen, ein bisschen zu shoppen, und auch am Strand zu liegen, kurzum: „Sich es mal gut gehen zu lassen“, der ist mit so einem Pauschalangebot von 350-500 EUR sicher bestens bedient.
Das Essen ist in der Regel gut (günstig – uffbasse!) und man wird in Bars, Restaurants und Cafes nett und herzlich bewirtet.
Wenn es allerdings auch ins Grüne zieht, wer mal gern „schnell“ in der Natur ist um zu wandern, zu kraxeln oder dergleichen, der findet anderswo sicher ein passenderes Angebot, als in Antalya.

Türkischer Pragmatismus – der begegnet einem überall…